Was war, was wird?

Berufsanfang

Der Jahreswechsel ist für mich nicht nur der Beginn eines neuen Jahres, sondern auch der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Nach knappen 9 Jahren Studium und Referendariat bin ich fertig mit der zweiten Hälfte meines Ausbildungslebens. Das Referendariat war eine Herausforderung und mehr als einmal habe ich an mir und meiner Zukunft als Lehrkraft gezweifelt. Vor allem im ersten Drittel der Ausbildung lief es nicht besonders gut und trotz der Tatsache, dass ich mittlerweile verstanden habe was warum nicht gut lief und versuche an diesen Punkten zu arbeiten, nagt es dennoch immer noch an meinem Selbstwertgefühl. Im kommenden Jahr beginnt aber jetzt erstmal mein Arbeitsleben im eigentlichen Sinne.

Im Februar werde ich 31 und ich weiß heute was der Spruch meiner Eltern bedeutet, dass man sich nicht so alt fühlt, wie man es biologisch ist. Das erste Mal mache ich mir Gedanken darüber mit welchem Alter ich erst verbeamtet werde, wenn ich es denn überhaupt noch werde, und was das für mein Alter bedeutet. Ich habe kein Problem damit als angestellter Lehrer zu arbeiten. Politisch stehe ich hinter der Forderung das Beamtentum abzuschaffen. Die Tatsachen, dass ich dadurch eine gebrochene Erwerbsbiographie haben könnte, weil ich in den Ferien meistens nicht angestellt sein werde, und, dass ich eventuell häufiger die Schule wechseln muss, sind zumindest in der Lebensplanung zu berücksichtigen. Dinge, über die mein vergangenes Ich immer geschmunzelt hat. Diese Gedanken müssen aber wohl irgendwann anfangen. ¯\_(ツ)_/¯

Wenn alles gut geht, fange ich im Februar an einer integrierten Gesamtschule mit einer vollen Stelle an zu arbeiten. Ich wechsle von einem kleinen Gymnasium, in einer strukturstarken Region, an eine wesentlich größere Gesamtschule, in einer strukturschwächeren Region. Wenn ich mir so überlege, was da jetzt auf mich zukommen wird, dann kann man schon ein wenig Angst bekommen.

  • 35 Minuten Autofahrt zur Schule, statt 6 Minuten mit dem Fahrrad
  • Heterogenität, in ganz neuen Umfängen
  • 25,5 Stunden Unterrichtspensum, statt 12 Stunden
  • An meiner neuen Schule gibt es Politik und Geschichte in der Sek. I nicht als einzelne Fächer, sondern im Fächerverbund mit Wirtschaft und Erdkunde als Gesellschaftslehre
  • Eventuell fachfremder Unterricht

Hinzu kommen natürlich meine eigenen Baustellen. Während des Referendariats ist in den halbjährlichen Schüler*feedbacks und meinen eigenen Beobachtungen deutlich geworden, dass ich an ein paar Dingen arbeiten muss.

  • Arbeitsaufträge müssen klarer und transparenter sein.
  • Mein Classroom Management muss verbessert werden.
  • Im Bereich der Textarbeit arbeite ich nicht differenziert genug.

Was mich positiv stimmt, ist auf der einen Seite das sehr junge Kollegium an der Schule und die Tatsache, dass es ein Onboarding für Berufsanfänger* an meiner neuen Schule gibt. Auf der anderen Seite ist da ja auch noch das #Twitterlehrerzimmer und mein PLN, von denen ich ständig lerne.

Ich freue mich extrem auf das kommende Jahr. Es wird wahrscheinlich super anstrengend und stressig, aber ich werde so viel Neues lernen können und die Möglichkeit haben zu wachsen. Ich möchte 2018 diesen Blog mehr dazu nutzen über mein eigenes Lehrerleben zu reflektieren und ich möchte mehr an das #Twitterlehrerzimmer zurückgeben. Ich hoffe das klappt neben dem Berufseinstieg. Manchmal muss man sich die Zeit wohl einfach nehmen.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr.

(:

 

Matt Palmer

Zeitsprung – Podcastempfehlung nicht nur für Geschichtslehrer*

Bildung und Schule / Geschichte

Ich bin ein großer Fan des zeitsouveränen Nachhörens von Radioinhalten und von Podcasts. Jede meiner freien Sekunde wird zum Podcasthören benutzt. Auch beim Putzen, Kochen, Joggen und Spielen werden Audioinhalte konsumiert. Manchmal sind es natürlich auch Hörbücher oder Hörspiele, meistens aber Podcasts. Dieses Video trifft meine Begeisterung für Podcasts es ganz gut.

Podcasts sind für mich nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Lern- oder Bildungskanal. Neben meinem Nachrichtenkonsum (Die Lage der Nation, DLF Hintergrund, HR2 der Tag etc.), gibt es auch diverse thematische Podcasts, die sich in meinem Podcatcher befinden.

Im Bereich Geschichte ist mir vor einiger Zeit der Podcast Zeitsprung über den Weg gelaufen und ich habe ihn wirklich lieben gelernt. Die beiden Historiker Richard Hemmer (@stormgrass) und Daniel Meßner (@meszner) berichten wöchentlich über „Geschichten aus der Geschichte“. Man bekommt hier nicht, wie bei vielen anderen Angeboten, die großen Themen präsentiert. Es geht nicht darum die Nazizeit zu besprechen oder Napoleon, sondern verstecktes und unbeachtetes.

Sich selbst beschreiben die zwei so:

„Zeitsprung ist ein Podcast über Geschichten aus der Geschichte. Vergessene Ereignisse, überraschende Anekdoten und Zusammenhänge kurz erklärt. Häufig mit ein ganz bisschen Augenzwinkern – aber immer knallhart und quellennah recherchiert.“

Das Format ist immer das gleiche, abwechselnd erzählen sich die beiden jeweils eine Folge lang eine Geschichte. Mal geht es um die Notrufnummern, mal um Raketenpost oder einen Kriminalfall. Immer ist es spannend und kurzweilig. Mit einer halben Stunde hat das Format meiner Meinung nach die richtige Länge und abgesehen von kleinen strukturellen Dingen, wie den gefühlt immer gleichen 5 Minuten am Anfang (Man versucht neue Höhrer_innen immer das Konzept zu erklären), habe ich wirklich keine Beschwerden. Man kann ohne Probleme einfach bei der aktuellen Folge (Stand Ende 2017: 115) einsteigen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Probehören. Abonnieren könnte ihr Zeitsprung hier.

Handschrift

Bildung und Schule

Man ist nie zu alt um etwas zu lernen oder sich zu ändern.

Ich lerne zum Beispiel im Moment das Schreiben neu. Meine Handschrift ist eine größere Katastrophe, was als Lehrkraft äußerst suboptimal ist. Meine Tafelanschriebe kann niemand lesen, weshalb ich dazu übergegangen bin alles groß zu schreiben. Im Prinzip schreie ich meine Schüler_innen an der Tafel also immer an.


Das verstört die Kleinen ein wenig und ich muss mich in neuen Klassen immer erklären.

Mein Schriftbild trägt auch nicht besonders dazu bei den Schüler_innen klarzumachen, dass ich ein lesbares Schriftbild in Klausuren erwarte, wenn ich selbst dazu nicht in der Lage bin. Ich muss also etwas ändern und so nervig das auch ist. Ich lerne gerade das Schreiben neu und zwinge mich dazu in kleinen Druckbuchstaben zu schreiben. Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich brauche zwar für alles ein wenig länger und schön ist es auch (noch) nicht, aber es wird leserlicher.

 

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Autumn Studio

5 Tipps das Referendariat zu überleben

Bildung und Schule

Vor wenigen Wochen habe ich meine zweite Staatsexamensprüfung abgelegt und bestanden. \o/ Ich möchte euch mit diesem Beitrag meine Überlebenstips mitgeben. Vielleicht helfen sie euch ja.

Kritikfähigkeit

Beginnen mir wir mit einem unbeliebten Thema.

Ausbilder sind nicht an allem schuld.

Meistens sind Ausbilder einfach Lehrkräfte mit wesentlich mehr Erfahrung und Wissen. In den allermeisten Fällen wollen sie uns Referendaren sogar helfen zu lernen und zu guten Lehrkräften zu werden. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber kann man denn nicht von jedem etwas lernen?

Außerdem muss man anmerken, dass wir Referendare dazu neigen uns zu überschätzen zu Beginn unserer Karriere noch nicht alle Fähigkeiten, die wir uns selbst zutrauen, auch wirklich besitzen. Auch, wenn man bereits Lehrerfahrung als Vertretungslehrkraft hat:

Eine Stunde für einen Unterrichtsbesuch zu durchdringen und eine Stunde für normalen Unterricht zu halten sind zwei verschiedene paar Dinge.

Jeder kann noch etwas im Referendariat lernen.

Natürlich würde auch ich mir eine andere Form des Referendariats wünschen. Die Art Noten zu geben und die Benotungssituationen sind meiner Meinung nach weder optimal noch besonders zielführend. Eine Begleitung und Beratung, ein kollegiales Lernen und eine damit verbundene Bewertung würde allen helfen. (Aber wie machen wir denn dann das Listenplatzverfahren? 🤯) Die Welt sieht im Moment leider anders aus.

Für uns Referendare gilt daher erstmal konstruktive Kritik anzunehmen und daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Das ist eine Schlüsselfertigkeit von Lehrkräften.

Die Schuld auf andere zu schieben oder das System zu verteufeln kann einem bei der Stressbewältigung helfen und eventuell das Selbstwertgefühl steigern, aber hilft nicht dabei zu einer besseren Lehrkraft zu werden. Kritik anzuhören, die eigenen Schlüsse daraus zu ziehen und damit zu arbeiten, hilft aber sicherlich eine bessere Lehrkraft zu werden.

Organisation

Organisation ist für mich DAS Schlüsselproblem der meisten Referendare. Aus fehlender Organisation resultieren Stress, Zeitknappheit und am Ende schlechter Unterricht. Organisation ist für mich in zwei Bereiche zu unterteilen. Zum einen geht es um das große Ganze (Jahresplanung) und zum anderen um das klein-klein (Stundenplanung, Korrekturzeiten etc.).

Mein Tipp:

Setzt euch am Anfang des Schuljahres mit einer Tasse Kaffee / Tee hin und plant einmal grob durch. Die wichtigsten Fragen sind erstmal:

  • Wieviel Wochen hat das erste Halbjahr.
  • Wieviel Tage fallen aus? (Feier- und Brückentage, Klassen- und Kursfahren, Projektwochen, Austausch, Betriebspraktika oder -simulationen)
  • Wann werden die Zeugnisse an meiner Schule ausgegeben?
  • Wieviel Lernkontrollen/Arbeiten/Klausuren muss ich schreiben?
  • Wieviel Themen stehen im Curriculum/Rahmenplan/Lehrplan für dieses Schuljahr?

Wenn ich weiß wieviel Wochen ein Halbjahr hat und wieviel Tage ausfallen, dann habe ich die Anzahl der effektiven Unterrichtswochen. Bei 18 effektiven Unterrichtswochen kann man dann planen wieviel Wochen man pro Thema ungefähr veranschlagen muss. Vielleicht noch einen Puffer von ein oder zwei (Doppel-)Stunden einrechnen. Oft gibt es Vorschläge in Lehrplänen, oft sind die aber auch utopisch. In PoWi waren im Lehrplan oft 6 Wochen mehr veranschlagt, als man dann wirklich zur Verfügung hat. Das kann einem am Ende des Schuljahres dann ein Bein brechen.

Wenn man die Wochen pro Thema veranschlagt hat, dann kann man die Lernkontrollen terminlich festlegen oder evtl. plant man auch vom Klausurtermin aus mit einem Thema fertig zu sein. Beides ist möglich. Ich mache dann direkt einen Themenverteilungsplan für den Zeitraum bis zur Lernkontrolle oder zumindest bis zu den Ferien. Wenn ich die Klasse / den Kurs kenne, dann ist das natürlich schon wesentlich spezifischer, weil ich meine Fördervorhaben schon kenne. Ansonsten existiert lediglich eine ganz lose eine Reihenfrage und schon angedachte Stundenfragen. Das sieht ungefähr so aus.

Unterrichtsplanung

Ich persönlich habe im Referendariat immer mindestens 2 Tage im Voraus den Unterricht geplant. Besser gefühlt habe ich mich, wenn ich die gesamte Woche bereits am Wochenende geplant hatte. Das ist aber Geschmackssache.

Zumindest wusste ich aber immer, wann ich was machen muss.

Dazu helfen ToDo-Apps wie Todoist oder Things und ein Kalender. Dort habe ich hinterlegt wann ich welche Stunden zu planen habe, wann ich korrigieren will und wann ich Freizeit habe. Zu diesem Thema werde ich nochmal etwas separat schreiben. Julian Wagner hat dazu aber auch einen schönen Artikel zur Organisation mit OneNote geschrieben, der mir sehr geholfen hat.

Stressmanagement

Es ist egal wie sehr man organisiert ist und wie sehr man auf seine eigene Gesundheit achtet, irgendwann kommt die Situation in der man gestresst ist. Mit diesen Situationen muss man umgehen können. Jeder muss da für sich die beste Lösung finden.

Sport ist definitiv ein Aspekt, der sehr vielen Menschen dabei hilft weniger gestresst zu sein. Sport hilft dabei nachweislich Stress abzubauen und zu beruhigen.

Meditation ist auch einen Weg sich mit Stress auseinanderzusetzen. Meditation hat in Deutschland irgendwie einen schlechten Ruf, aber man kann auch ohne den ganzen esoterischen Unterbau meditieren und die nachgewiesenen Vorteile für sich nutzbar machen. Ich empfehle dafür immer die App Headspace, wenn man sich in das Thema einlesen möchte, dann bietet sich Meditation für Skeptiker am.

Sich Auszeiten zu nehmen, egal wie stressig es ist, ist extrem wichtig. Der Körper kann nur x Menge an Stress bewältigen und manchmal muss man auch einfach mal einen Tag “blaumachen”, egal wie viel noch zu tun ist. Am besten plant man diese Tage direkt in die Organisation auch mit ein, dann weiß man nämlich, dass man trotzdem alles schafft und man kann dann wesentlich besser entspannen.

Auszeiten sind auch die Netflix-Marathons am Abend oder am Wochenende oder mal mit dem Partner einen trinken zu gehen. Vor dem Examen habe ich ganz bewusst einen Bierbraukurs gemacht oder war bei den #edupnx auf einer Fortbildung.

Verabschiedung vom Perfektionismus

Keine Stunde ist perfekt.

Niemand erwartet von Referendaren, dass man nur perfekte Stunden hält. Man geht ganz automatisch aus ganz vielen Stunden raus und denkt sich “F-U-C-K, was war das denn?” Davon darf man sich nicht stressen lassen! Fehler und Schwierigkeiten gehören zum Lernprozess dazu!

  • Blätter dürfen mal nicht gelocht sein.
  • Man darf auch mal zu spät kommen.
  • Arbeitsblätter dürfen auch mal schlecht kopiert sein.
  • Man darf mal die Kreide vergessen.
  • Auch ein Unterrichtsbesuch darf mal schiefgehen!

Lehrer sind auch nur Menschen. Referendare sind auch nur Menschen.

Verabschiedet euch von Perfektionismus und akzeptiert die Welt wie sie ist. Das stresst euch weniger und macht euch das Leben einfacher.

Wirklich niemand hat einen Vorteil davon, wenn ihr bis nachts um 3 zu Hause sitzt und Blätter stanzt und locht und anmalt und keine Ahnung was noch alles. Ihr seid morgens müde, gestresst und werdet krank. Auch die Leistungs- sowie Belastbarkeitsgrenze sinkt.

Unterstützung suchen und annehmen

Mein größter Fehler zu Beginn des Referendariats war es mir keine Hilfe zu suchen. Durch kollegialen Austausch kann man nur profitieren. Die jungen Kollegen helfen einem durch die UBs und die älteren Kollegen helfen mit der pädagogischen Erfahrung. In Sachen Unterstützung können euch alle Kollegen helfen, auch die fachfremden. Vor allem wenn es um die pädagogischen oder organisatorischen Dinge geht, ist das Fach ganz oft egal. Viele Kollegen helfen euch gerne mit den Entwürfen, tauschen mal eine Stunde oder verteidigen euch in den Nachbesprechungen. Man kann diese Hilfe gar nicht hoch genug bewerten.

Nebenbei bemerkt, das Sekretariat, die Hausmeister und die Putzkräfte sind eure Freunde! Schulen werden eigentlich nicht von den Direktoren geleitet, sondern von diesen Personen. Im Zweifel kennen die nämlich den Trick die Tür im Keller aufzumachen oder wissen wie man an die Dokumentenkamera kommt.

Im Zweifel wurde dieser Beitrag über im Internet gefunden, wahrscheinlich sogar über ein soziales Netzwerk. In diesen findet man engagierte Kollegen, von denen man lernen und mit denen man sich austauschen kann. Dies funktioniert für mich am besten über Twitter. Dazu gibt es hier eine kleine Anleitung.

Es gibt aber auch viele Facebookgruppen und Blogs.

Engagiert euch

Ein weiterer Teil, der mir persönlich am Herzen liegt, ist das Engagement am Studienseminar. Das ist kein muss, sondern eher ein Plus. Ganz viele Seminare bieten an, dass die Referendare sich in der Organisation der Ausbildung beteiligen. In Hessen gibt es den Seminarrat, der zur Hälfte aus Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und zur Hälfte aus Ausbildern besteht und Beschlüsse zum Umfang von Unterrichtsentwürfen, zu Gästeregelungen und zu Fristen et cetera fasst.

Neben den offensichtlichen Vorteilen, die dieser Austausch für Ausbilder und LiV hat, lernt man hier auf einer ganz anderen Ebene die Ausbilder kennen. Das kann nur von Vorteil sein.

Ich hoffe, dass ich euch helfen konnte und drücke euch allen die Daumen für Unterrichtsbesuche und Lehrproben.

Packliste fürs Examen (oder den Unterrichtsbesuch)

Hauspost

Bei mir war es letzte Woche endlich soweit:

Examen

via GIPHY

An so einem Prüfungstag muss man allerlei Kram dabeihaben. In der Nervosität kann man schnell mal was vergessen, deshalb habe ich mir eine Packliste geschrieben und die möchte ich mit euch teilen.

Allgemeines

  • Trinken
  • Essen
    • Was Richtiges
    • Was Süßes
  • Medikamente
    • Was gegen Kopfschmerzen.
    • Was gegen Sodbrennen.
    • Was gegen grippalen Infekt.
  • Tempos
  • Deo / Parfum
  • Schminke

Ausrüstung

  • Folienstifte
  • Whiteboard Marker / Kreide
  • Magnete
  • Moderationskarten
  • Glocke
  • Entwürfe mit Unterschrift
  • Was Alkoholisches

Zum Reflektieren

  • Didaktisches Sechseck
  • Beobachtungsbögen

Für die Stunde/n

  • Arbeitsblätter Fach 1
    • Quelle
    • Aufgaben
    • Material
    • Hilfekarten
  • Arbeitsblätter Fach 2
    • Quelle
    • Aufgaben
    • Material
    • Hilfekarten
  • Folien
    • Einstieg Geschichte
    • Einstieg PoWi
    • Stundenfrage PoWi
    • Stundenfrage G
    • leere Folien
  • Ablaufplan Fach 1
  • Ablaufplan Fach 2
  • USB Stick:
    • Präsentation Fach 1
    • Präsentation Fach 2
    • Ganzer Ordner Examen /UB

Die Packliste zum Runterladen.

Kulturzugangsgeräte sind ein Segen für alle Altersklassen

Bildung und Schule / Meinung / Video / Youtube

Wir sprechen in der Medienbildung ganz oft (und in der Schule ab und zu) davon, dass Smartphones den Zugang zu Kultur ermöglichen. Als Lehrer* denken wir dabei meistens an Schülern* und manchmal noch an die Erwachsenenbildung, die wir Lehrkräfte von weiterführenden Schulen übrigens viel zu sehr ausblenden. Technik bietet aber allen Altersklassen Zugang und das beweist dieses Video sehr eindrucksvoll. Ich habe selten jemanden sich so freuen sehen.

Wenn wir heute von Lebenslangem Lernen sprechen, dann sprechen wir auch von Medienbildung und Medienkompetenz. Vor 20 Jahren konnten technisch abgehängte Menschen vielleicht keine VHS Recorder bedienen (#Klischee), in 20 Jahren können sie ihr ganzes Haus nicht mehr bedienen. Das darf nicht passieren. Mir fällt hier immer wieder ein Zitat aus Dirk Gently ein (Ihr solltet übrigens die Netflix Serie dazu gucken!)

I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.
Douglas Adams, The Salmon of Doubt (Dirk Gently, #3)

Ich persönlich habe große Angst vor technischen Konservatismus und den Verteufeln von neuen Techniken. Es wird spannend wie wir als Gesellschaft mit dem Alter und der zunehmenden Technisierung unseres Alltags umgehen werden.

Wie plane ich eine Unterrichtsstunde? Die Basics für Referendare*

Bildung und Schule

Wenn man anfängt zu unterrichten ist eine der zentralen Fragen „Was mache ich in der nächsten Stunde?“ Über die Planung von Unterricht ist schon sehr viel geschrieben worden und die perfekte Stunde wird es wohl nicht geben, auch wenn man immer wieder von diesen 15 Punkte-Unterrichtsbesuchen und -Lehrproben hört. Ich möchte euch Referendaren* im Folgenden eine erste Idee von der Planung von Unterricht geben.

Vorweg muss gesagt werden, dass man natürlich in einer idealen Welt immer die ganze Reihe plant und die einzelnen Stunden dann zum Gesamtziel der Reihe beitragen. Außerdem treffen die folgenden Aspekte nicht auf Projektunterricht zu. Hier geht es in einem ersten Schritt „nur“ um die Planung einer (Doppel-)Stunde.

Womit fängt man nicht an?

Mein Problem zu Beginn des Referendariats war, dass im Kern- oder Schulcurriculum verbindliche Inhalte stehen, die bereits einen mehr oder minder großen Rahmen bieten. In Politik und Wirtschaft muss man zum Beispiel den Bundestag, die Parteien oder den Bundesrat besprechen. Für Schüler* meist suuuuper spannende Themen. Mit dieser Vorgabe ist dann total verlocken das Schulbuch aufzumachen und das Kapitel „Bundestag“ in der nächsten Stunde zu lesen und die Aufgaben zu bearbeiten. Das wird den Schülern* wahrscheinlich total Spaß machen.

Neben der Planung vom Inhalt her, ist auch ein Klassiker das Planen vom Material aus. „Ich habe doch noch das coole Video von Extra3 zum Bundestag. Damit mache ich was.“ Nicht jedes Material passt aber auf jede Klasse.

Das Problem dieser Denkweisen ist das man die Schüler* dabei außen vorlässt. Das können auch gute Stunden werden, aber werden es meistens nicht.

Wie geht es also?

Unterricht muss von innen nach außen geplant werden. Die allererste Frage muss lauten: „Was möchte ich in dieser Stunde erreichen?“ oder anders formuliert „Was ist das Lernziel dieser Stunde?“ Diese Lernziele können dann verschiedenen Kriterien genügen, sollten aber immer ein Problem sein an dem die Schüler* sich reiben können. Um beim Thema Bundestag zu bleiben, hier ein paar Ideen zu Problemen rund um den Bundestag, angedockt an verschiedene didaktische Prinzipien.

Schüler*bezug

Oft interessieren sich die Schüler* für bestimmte (Teil-)Themen, die man in den Vordergrund stellen kann. Die Schüler* fühlen sich so direkt ernster genommen und haben durch den Bezug eine höhere Motivation. Wofür sich die Schüler* interessieren findet man entweder im LSG oder in einer Eingangsdiagnose raus. Manchmal muss man die Themen etwas Biegen, aber das kann sehr gewinnbringend sein. Auch über die Architektur des Reichstages kommt man zu den Aufgaben des Bundestags, indem man die Raumstruktur analysiert und sich dann überlegt wieso man so viele Räume braucht.

Aktualitätsbezug

Manchmal hilft einem auch der Zufall oder der Zeitpunkt. Gerade erst hat sich der neue Bundestag konstituiert, dabei wurde ein AfD’ler nicht als Stellvertreter gewählt. Darüber kann man die Aufgaben des Bundestags erarbeiten (Analysekompetenz) und am Ende dann noch den Kindergarten dieser Wahl diskutieren. (Urteilskompetenz)

Kontroversität

Der neue Bundestag hat mehr Mitglieder als je zuvor, was an den Ausgleichsmandaten liegt. Man kann zur Diskussion stellen, ob das eine gute Sache ist. In dem Fall ist es dann sogar noch aktuell. (Urteilskompetenz)

 

Die Schüler* werden so deutlich mehr motiviert als mit einer Stunde a la Heute machen wir die Aufgaben des Bundestages. Die Aufgaben des Bundestags werden trotzdem thematisiert, aber sie werden in ein Problem eingebettet. Nicht jede Stunde kann und muss natürlich allen didaktischen Prinzipien genügen. Dennoch: Erst wenn die Lernziele ausgearbeitet sind, kann die Suche nach Material beginnen und auf Basis der Materialauswahl kann dann auch die Methode gewählt werden.

Ich persönlich finde es vor allem am Anfang sehr wichtig, dass die Stunde rund ist und nicht noch 10 Minuten am Anfang der nächsten Stunde nachgeholt werden müssen, weil mit zuviel geplant wurde. Lieber mit weniger planen und dafür einen Puffer eingeplant haben. Vor allem am Anfang neigt man dazu die Zeit falsch einzuschätzen. Das muss man erst lernen und wird auch mal schiefgehen. Auch davon geht die Welt nicht unter.

Meine Beschreibungen sind sehr von der Analyse- und Urteilskompetenz (und dem Stoff) her ausgegangen. Es kann natürlich aber auch Lernziele im Bereich der Methoden- oder der Sozialkompetenz geben. In eurem Fach heißen die Kompetenzen vielleicht (leicht) anders, aber ich hoffe es wird klar was damit gemeint ist.

Update:

Der gute Bob Blume hat am gleichen Tag einen wesentlich ausführlicheren Artikel dazu geschrieben und dazu auch die Meinung von Fachseminarmitgliedern* eingeholt

Quellenanalyse mit Emoji

Bildung und Schule / Geschichte

In Geschichte gehört die Analyse von Quellen wirklich zum Standardrepertoire der Methoden. Es gibt zwar verschiedene Glaubensrichtung (Pandel vs. Gautschi vs. Sauer) im Bereich des Vorgehens, aber alle Kolleg_innen werden in Geschichte schriftliche Quellen analysieren.

Die Arbeit mit Quellen muss natürlich eingeführt und gelegentlich wiederholt werden. Dafür bieten sich Leitfragen oder Checklisten an, damit die Schüler_innen lernen auf gewisse Dinge zu achten. Als großer Fan von Björn Nöltes Ansatz Arbeitsblätter attraktiver zu gestalten, habe ich mich im Rahmen meiner Examensreihe einem Arbeitsblatt zur Quellenanalyse angenommen und bin in einem ersten Entwurf bei diesen zwei Fassungen angekommen.

Zum Einüben bzw. zur Wiederholung bekommen zuerst die Schüler_innen diese Fassung des Arbeitsblattes.

Hier sind alle wichtigen Fragen für die Analyse aufgeführt. Ich halte mich dabei an Sauers sechs Schritte der Analyse, weil ich der Überzeugung bin, dass sie für die Schüler_innen am eingängigsten sind. Die Schüler_innen analysieren dann ihre erste Quelle mit Hilfe der Leitfragen und beantworten sie auf der leeren Fassung des Arbeitsblattes.

In den folgenden Stunden erhalten die Schüler_innen dann nur noch die „leere“ Fassung mit den Emoji.

Die Emoji dienen als visuelle Erinnerungen an die Fragen. Die Schüler_innen können sich gegenseitig und mich natürlich noch Fragen was denn jetzt einzelne Blöcke bedeuten. Ziel ist es jedoch, dass diese Fragen nicht mehr kommen und man dann nach einigen Wochen gar keine visuelle Unterstützungen mehr braucht oder so nur noch kurz ans Smartboard werfen muss. Die Emoji lockern die Analyse durch Leitfragen etwas auf und lässt die Schüler_innen über die Übersetzung von Emoji in Frage nochmal über die Frage und die Bedeutung der Frage reflektieren.

In dieser Reihe benutze ich die zwei Arbeitsblätter in einer 10. Klasse als Wiederholung und als Festigung der Analysekompetenz. Ich denke aber, dass sie auch geeignet sind in der Sek I zur Einführung benutzt zu werden.

Fragen, Anmerkungen und Verbesserungen sind wie immer gerne gesehen. Einfach in die Kommentare damit.

Kein Kind ist ein Problem

Bildung und Schule / Meinung / Video

Zum Beginn meines Schuljahres gibt es mal etwas nachdenkliches von Sarah Lesch. Ich wünsche allen Kolleg_innen einen guten Start ins neue Schuljahr.

„Und jeder der sich nicht anpasst
Wird zum Problemkind erklärt
Und jede, die zu lebhaft ist
Kriegt ‘ne Pille damit sie nicht stört
Und damit betrügt ihr euch selber denn
Kein Kind ist ein Problem
Und all die Freigeister, all die Schulschwänzer
Nur Symptomträger im System“