Mein schönster Moment im Referendariat

Bildung und Schule

Wir Referendare haben einen eigenen großen Tisch im Lehrerzimmer. Abgrenzend und teambildend, so kann man diesen Tisch betrachten. Ich mag ihn. Er ist meistens unaufgeräumt, aber er ist für mich der Ort alles Guten im Referendariat. Hier treffe ich meine Leidensgenossen, kann lästern, lernen und loben.

An diesem Tisch habe ich das allererste Mal im Referendariat erkannt, dass ich bereits viel gelernt habe. Es war ein sonniger Freitagvormittag, okay ich habe keine Ahnung mehr wie das Wetter war oder welcher Tag es war ;] ) und ich saß mit zwei Kolleg_innen zusammen am Tisch. Eine der Kolleg_innen war wegen des anstehenden Unterrichtsbesuchs verzweifelt und fragte, ob sie uns beiden die Planung vorstellen könnte. Ich, nur 9 Monate weiter im Referendariat, fühlte mich überhaupt nicht qualifiziert irgendetwas zu einem Entwurf in einem anderen Fach zu sagen. Immerhin lief mein eigenes Referendariat zu diesem Zeitpunkt alles andere als gut. Trotzdem, die Kollegin und ich haben uns die Planung angehört und haben unseren Senf dazugegeben.

Es gibt so Momente, da läuft es einfach. Die Kollegin und ich konnten uns die Kommentarbälle einfach so zuspielen und wir hatten wirklich konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge. Ich, der Referendar, der wirklich Angst vor dem nächsten UB hatte und um seine Zukunft bangte, konnte einer Neuling helfen. Bei all den durchschnittlichen Noten und deprimierenden Erlebnissen im Unterricht: Ich hatte trotzdem viel gelernt.

An diesem Tag bin ich glücklich nach Hause gegangen und die Kollegin ist mit viel positivem Input in die weitere Planung gegangen.

Ich erinnere mich gerne an diesen Moment. Es war nicht alles schlecht im Referendariat.

 

P.S.

Ihr UB lief übrigens sehr gut. 😍

P.P.S.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #refisbelike von @blume_bob

Wenigstens haben wir keine Schulbänke mehr!?

Allgemein

Wir müssen über Stühle und Tische in Schulen sprechen.

Wenn ich an die Ausrüstung von Schulen denke, dann kommen mir sofort Beamer in den Sinn und direkt danach schließen sich Horrorstories aus Großstädten an. Dabei gibt es so viele Bereiche der Ausstattung an der sich dringend etwas tun muss. Einer dieser Bereiche sind die Stühle.

Während meines Studiums habe ich halbtags in einem Büro gearbeitet und musste da eine Inspektion des Arbeitsschutzes über mich ergehen lassen. Es kam eine Person, die unser Büro auf verschiedene Dinge hin untersucht hat, die die Gesundheit und das Wohlbefinden betreffen. Unter anderem war bei dieser Inspektion unser Bürotisch und die Art wie der Computer und die Eingabegeräte aufgestellt waren, von besonderem Interesse. Ich fand es damals extrem affig 10 Minuten bei der Arbeit beobachtet zu werden, nur um dann gefühlt das ganze Büro umzustellen. Wenn man aber kurz darüber nachdenkt, dann macht der Arbeitsschutz diese Inspektionen nicht um Mitarbeiter_innen zu ärgern, sondern um Rückenprobleme und anderen Krankheiten vorzubeugen. Eigentlich ist das eine sehr gute Sache.

Richtiges Sitzen ist wichtig für die Gesundheit. Dazu Ergo Online („Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung im Bildungswerk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) im Lande Hessen e.V.
(BTQ Kassel)“)

„Dauersitzen ist eine Strapaze für den Rücken.

Rückenschmerzen lassen sich vermeiden, wenn die Regeln des ergonomischen Sitzens beachtet werden und Bewegung in den Arbeitsalltag eingebaut wird.

Stühle mit dynamischer Rückenlehne, Steh-Sitz-Tische und regelmäßige Bildschirmpausen unterstützen das.

Aufrechtes Sitzen mit mindestens einem rechten Winkel bei Knie und Ellenbogen verhindert Fehlbeanspruchungen in den Schultern, im Rücken, bei Armen und Beinen.

Vermieden werden sollte eine stundenlange, starr angespannte Haltung mit Rundrücken.“

Quelle

Wenn ich im Moment meine 5. Klasse so angucke, dann muss ich immer an diese Inspektion und die darauffolgende Arbeitsschutzsitzung zurückdenken. „Beine und Arme müssen beim Arbeiten einen 90° Winkel haben.“ Ich persönlich kenne aber keine einzige Schule wo das für Kinder realisiert wird. In den meisten Schulen gibt es genau eine Tisch- und eine Stuhlgröße. Meine Schüler_innen in der Sekundarstufe 1 lösen das Problem ihrer Körpergröße meistens indem sie sich auf ihre Unterschenkel setzen oder sich auf den Stuhl knien. In der Oberstufe sitzen die zu kleinen Schüler_innen auf ihren Pullovern oder auf Taschen. Wenn Schüler_innen zu groß für die Stühle oder Tische sind, dann haben sie einfach Pech gehabt.

Eltern können das Problem übrigens immer dann ganz gut nachvollziehen, wenn sie in der Grundschule Elternabend haben. Auf den Kinderstühlen zu sitzen ist als Erwachsener definitiv kein Spaß.

Unsere Kleinen sitzen jeden Tag so schlecht, wie wir auf den Elternabenden und irgendwie kümmert es keinen.

Wenn man zu diesem Problem noch die Schulranzen-Thematik dazu nimmt, dann zeichnet sich ein sehr düsteres Bild für die Rückengesundheit von Kindern in Deutschland. Stellt sich also die Frage, wieso wird in Betrieben auf dieses Thema geachtet und bei unseren Kindern nicht?

Ich behaupte mal ganz mutig:

Es liegt am Geld.

Ein Schülerstuhl geht so ungefähr bei 42€ pro Stuhl los. Höhenverstellbare Stühle gibt es zwar auch, diese beginnen aber bei 89€ und werden im Ausstattungshandel als „Fachraum“-Stühle verkauft. Bequem ist dieses spezielle Modell nicht, ich saß da schon drauf. In bequem gehen die Stühle bei 150€ los. Man kann also drei normale Stühle zum Preis eines bequemen höhenverstellbaren Stuhls kaufen.

Die Verkäufer_innen machen es den Schulen (dem Kreis) dann auch wirklich einfach die billigen Stühle zu wählen. Die Stühle sind doch ergonomisch und bequem sind sie auch. Stoffbezüge sind auch so unpraktisch. Aus dem Werbetext eines Stuhls:

„Ihre Schülerinnen und Schüler verbringen einen Großteil des Tages sitzend. Ein bequemer und ergonomisch sinnvoller Stuhl ist daher sehr wichtig.
Echte Stoff-Polster-Stühle halten dem harten Schulalltag jedoch nicht lange stand.
Ein hervorragender Kompromiss sind hier Luftpolsterstühle mit sehr robusten und doch bequemen Kunststoff-Sitzflächen und Rückenlehnen.
Hygienisch nass abwischbar und doch mit hohem Sitzkomfort wurden diese Stühle speziell für den jahrelangen Schuleinsatz entwickelt.
Langlebige Fußgleiter, eine eingebrannte Pulverbeschichtung und voll verschweißte Stahlrahmen verleihen diesen Stühlen besondere Langlebigkeit.
Luftpolster sind in der Farbe hellgrau.
Die Stühle werden standardmäßig mit Kunststoffgleitern geliefert.“

Im Moment ist das ganze Bestuhlungssystem in Schulen außerdem auf Praktikabilität ausgelegt. Wenn überall in der Schule die gleichen Stühle und Tische stehen, dann sind sie austauschbar und man kann schnell mal aus dem Nachbarraum einen anderen Stuhl holen. In der Regel sind Stühle in der Schule auch stapelbar. Das erleichtert sowohl den Transport von vielen Stühlen, als auch das Einlagern während in den Ferien Großputz gemacht wird. Dies trägt alles dazu bei, dass sich im Bereich von Stühle wahrscheinlich so schnell nichts ändern wird. Was gäbe es denn aber für Möglichkeiten und was spricht in der Systemlogik der Einkäufer und Verwalter gegen diese?

Verschiedene Stuhlgrößen

Man könnte zum Beispiel Stühle in verschiedenen Größen anbieten. Jede Sekundarstufe bekommt eine eigene Stuhlgröße. Schulgebäude haben es aber so an sich, dass Stühle durch eben dieses Schulgebäude wandern. Bald gäbe es in jedem Raum drei verschiedene Stuhlgrößen und wahrscheinlich würden sich alle Schüler_innen beschweren, dass sie jetzt gerade auf der falschen Größe sitzen. Bei diesem Lösungsansatz gäbe es außerdem auch das Problem, dass Schüler_innen unterschiedlich schnell wachsen. Es gibt nun mal auch sehr große Schüler_innen in der Sek I, die bisher von der Einheitsgröße profitieren und dann auf zu kleinen Stühlen sitzen müssten.

Die verschiedenen Größen würden es aber immer noch ermöglichen, dass man die Stühle stapeln und einlagern kann. Sie wären genauso wartungsintensiv wie bisherige Stühle. Allerdings müsste man wahrscheinlich wegen des Wanderns der Stühle einen gewissen Prozentsatz mehr an Stühlen anschaffen, um das Suchen nach der passenden Größe etwas einzudämmen.

Höhenverstellbare Stühle

Statt verschiedener Stuhlgrößen könnten auch höhenverstellbare Stühle gekauft werden. Diese Stühle würden allen Schüler_innen und allen Lehrkräften das richtige Sitzen ermöglichen. Höhenverstellbare Stühle gibt es mit und ohne Rollen sowie mit und ohne Armlehnen. Was neben dem Anschaffungspreis gegen höhenverstellbare Stühle spricht ist, dass sie eine Mechanik haben und deshalb (noch) schneller kaputtgehen können als normalen Stühle. Da Schüler_innen nicht immer besonders pfleglich mit Stühlen umgehen und der Reparaturaufwand eventuell nicht vom Hausmeisterteam geleistet werden kann, würden hier Folgekosten auf die Schule zukommen, die nicht kalkulierbar sind.

Andere Alternativen

Standing Desks wären eine Möglichkeit, aber auch die müsste man in der Höhe anpassen. Man könnte sich eventuell das Geld für Stühle sparen, aber Schulen müssten höhenverstellbare Tische kaufen. Diese sind noch teuerer als höhenverstellbare Stühle und haben das gleiche mechanische Problem wie höhenverstellbare Stühle, sie sind wartungsintensiver als Tische ohne Mechanik. Man kann Schüler_innen auch nicht den ganzen Tag stehen lassen.

Eventuell wären Sitzbälle auch eine Alternative. Immerhin passen sie sich durch das Gewicht der sitzenden Person ein wenig in der Höhe an. Wenn ich aber den Boden in meiner Schule angucke… Naja. Ich denke lange halten die wahrscheinlich nicht.

Fazit

Wahrscheinlich wird sich die Sitzsituation der Schüler_innen in naher Zukunft nicht ändern. Ich bin dennoch der festen Überzeugung, dass höhenverstellbare Stühle alternativlos sind. Das eventuell höhere Wartungsaufkommen ist lösbar und Schüler_innen lernen auch mit dem Mobiliar verantwortungsvoll umzugehen. Eine gute Ausstattung in Schulen sollte selbstverständlich sein. In Zeiten wo es in Deutschland aber Schulen gibt, in die es wortwörtlich reinregnet, wird wahrscheinlich nicht die dreifache Menge Geld für Bestuhlung im Haushalt verfügbar sein.

Was war, was wird?

Berufsanfang

Der Jahreswechsel ist für mich nicht nur der Beginn eines neuen Jahres, sondern auch der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Nach knappen 9 Jahren Studium und Referendariat bin ich fertig mit der zweiten Hälfte meines Ausbildungslebens. Das Referendariat war eine Herausforderung und mehr als einmal habe ich an mir und meiner Zukunft als Lehrkraft gezweifelt. Vor allem im ersten Drittel der Ausbildung lief es nicht besonders gut und trotz der Tatsache, dass ich mittlerweile verstanden habe was warum nicht gut lief und versuche an diesen Punkten zu arbeiten, nagt es dennoch immer noch an meinem Selbstwertgefühl. Im kommenden Jahr beginnt aber jetzt erstmal mein Arbeitsleben im eigentlichen Sinne.

Im Februar werde ich 31 und ich weiß heute was der Spruch meiner Eltern bedeutet, dass man sich nicht so alt fühlt, wie man es biologisch ist. Das erste Mal mache ich mir Gedanken darüber mit welchem Alter ich erst verbeamtet werde, wenn ich es denn überhaupt noch werde, und was das für mein Alter bedeutet. Ich habe kein Problem damit als angestellter Lehrer zu arbeiten. Politisch stehe ich hinter der Forderung das Beamtentum abzuschaffen. Die Tatsachen, dass ich dadurch eine gebrochene Erwerbsbiographie haben könnte, weil ich in den Ferien meistens nicht angestellt sein werde, und, dass ich eventuell häufiger die Schule wechseln muss, sind zumindest in der Lebensplanung zu berücksichtigen. Dinge, über die mein vergangenes Ich immer geschmunzelt hat. Diese Gedanken müssen aber wohl irgendwann anfangen. ¯\_(ツ)_/¯

Wenn alles gut geht, fange ich im Februar an einer integrierten Gesamtschule mit einer vollen Stelle an zu arbeiten. Ich wechsle von einem kleinen Gymnasium, in einer strukturstarken Region, an eine wesentlich größere Gesamtschule, in einer strukturschwächeren Region. Wenn ich mir so überlege, was da jetzt auf mich zukommen wird, dann kann man schon ein wenig Angst bekommen.

  • 35 Minuten Autofahrt zur Schule, statt 6 Minuten mit dem Fahrrad
  • Heterogenität, in ganz neuen Umfängen
  • 25,5 Stunden Unterrichtspensum, statt 12 Stunden
  • An meiner neuen Schule gibt es Politik und Geschichte in der Sek. I nicht als einzelne Fächer, sondern im Fächerverbund mit Wirtschaft und Erdkunde als Gesellschaftslehre
  • Eventuell fachfremder Unterricht

Hinzu kommen natürlich meine eigenen Baustellen. Während des Referendariats ist in den halbjährlichen Schüler*feedbacks und meinen eigenen Beobachtungen deutlich geworden, dass ich an ein paar Dingen arbeiten muss.

  • Arbeitsaufträge müssen klarer und transparenter sein.
  • Mein Classroom Management muss verbessert werden.
  • Im Bereich der Textarbeit arbeite ich nicht differenziert genug.

Was mich positiv stimmt, ist auf der einen Seite das sehr junge Kollegium an der Schule und die Tatsache, dass es ein Onboarding für Berufsanfänger* an meiner neuen Schule gibt. Auf der anderen Seite ist da ja auch noch das #Twitterlehrerzimmer und mein PLN, von denen ich ständig lerne.

Ich freue mich extrem auf das kommende Jahr. Es wird wahrscheinlich super anstrengend und stressig, aber ich werde so viel Neues lernen können und die Möglichkeit haben zu wachsen. Ich möchte 2018 diesen Blog mehr dazu nutzen über mein eigenes Lehrerleben zu reflektieren und ich möchte mehr an das #Twitterlehrerzimmer zurückgeben. Ich hoffe das klappt neben dem Berufseinstieg. Manchmal muss man sich die Zeit wohl einfach nehmen.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr.

(:

 

Matt Palmer

Zeitsprung – Podcastempfehlung nicht nur für Geschichtslehrer*

Bildung und Schule / Geschichte

Ich bin ein großer Fan des zeitsouveränen Nachhörens von Radioinhalten und von Podcasts. Jede meiner freien Sekunde wird zum Podcasthören benutzt. Auch beim Putzen, Kochen, Joggen und Spielen werden Audioinhalte konsumiert. Manchmal sind es natürlich auch Hörbücher oder Hörspiele, meistens aber Podcasts. Dieses Video trifft meine Begeisterung für Podcasts es ganz gut.

Podcasts sind für mich nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Lern- oder Bildungskanal. Neben meinem Nachrichtenkonsum (Die Lage der Nation, DLF Hintergrund, HR2 der Tag etc.), gibt es auch diverse thematische Podcasts, die sich in meinem Podcatcher befinden.

Im Bereich Geschichte ist mir vor einiger Zeit der Podcast Zeitsprung über den Weg gelaufen und ich habe ihn wirklich lieben gelernt. Die beiden Historiker Richard Hemmer (@stormgrass) und Daniel Meßner (@meszner) berichten wöchentlich über „Geschichten aus der Geschichte“. Man bekommt hier nicht, wie bei vielen anderen Angeboten, die großen Themen präsentiert. Es geht nicht darum die Nazizeit zu besprechen oder Napoleon, sondern verstecktes und unbeachtetes.

Sich selbst beschreiben die zwei so:

„Zeitsprung ist ein Podcast über Geschichten aus der Geschichte. Vergessene Ereignisse, überraschende Anekdoten und Zusammenhänge kurz erklärt. Häufig mit ein ganz bisschen Augenzwinkern – aber immer knallhart und quellennah recherchiert.“

Das Format ist immer das gleiche, abwechselnd erzählen sich die beiden jeweils eine Folge lang eine Geschichte. Mal geht es um die Notrufnummern, mal um Raketenpost oder einen Kriminalfall. Immer ist es spannend und kurzweilig. Mit einer halben Stunde hat das Format meiner Meinung nach die richtige Länge und abgesehen von kleinen strukturellen Dingen, wie den gefühlt immer gleichen 5 Minuten am Anfang (Man versucht neue Höhrer_innen immer das Konzept zu erklären), habe ich wirklich keine Beschwerden. Man kann ohne Probleme einfach bei der aktuellen Folge (Stand Ende 2017: 115) einsteigen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Probehören. Abonnieren könnte ihr Zeitsprung hier.

Handschrift

Bildung und Schule

Man ist nie zu alt um etwas zu lernen oder sich zu ändern.

Ich lerne zum Beispiel im Moment das Schreiben neu. Meine Handschrift ist eine größere Katastrophe, was als Lehrkraft äußerst suboptimal ist. Meine Tafelanschriebe kann niemand lesen, weshalb ich dazu übergegangen bin alles groß zu schreiben. Im Prinzip schreie ich meine Schüler_innen an der Tafel also immer an.


Das verstört die Kleinen ein wenig und ich muss mich in neuen Klassen immer erklären.

Mein Schriftbild trägt auch nicht besonders dazu bei den Schüler_innen klarzumachen, dass ich ein lesbares Schriftbild in Klausuren erwarte, wenn ich selbst dazu nicht in der Lage bin. Ich muss also etwas ändern und so nervig das auch ist. Ich lerne gerade das Schreiben neu und zwinge mich dazu in kleinen Druckbuchstaben zu schreiben. Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich brauche zwar für alles ein wenig länger und schön ist es auch (noch) nicht, aber es wird leserlicher.

 

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Autumn Studio

5 Tipps das Referendariat zu überleben

Bildung und Schule

Vor wenigen Wochen habe ich meine zweite Staatsexamensprüfung abgelegt und bestanden. \o/ Ich möchte euch mit diesem Beitrag meine Überlebenstips mitgeben. Vielleicht helfen sie euch ja.

Kritikfähigkeit

Beginnen mir wir mit einem unbeliebten Thema.

Ausbilder sind nicht an allem schuld.

Meistens sind Ausbilder einfach Lehrkräfte mit wesentlich mehr Erfahrung und Wissen. In den allermeisten Fällen wollen sie uns Referendaren sogar helfen zu lernen und zu guten Lehrkräften zu werden. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber kann man denn nicht von jedem etwas lernen?

Außerdem muss man anmerken, dass wir Referendare dazu neigen uns zu überschätzen zu Beginn unserer Karriere noch nicht alle Fähigkeiten, die wir uns selbst zutrauen, auch wirklich besitzen. Auch, wenn man bereits Lehrerfahrung als Vertretungslehrkraft hat:

Eine Stunde für einen Unterrichtsbesuch zu durchdringen und eine Stunde für normalen Unterricht zu halten sind zwei verschiedene paar Dinge.

Jeder kann noch etwas im Referendariat lernen.

Natürlich würde auch ich mir eine andere Form des Referendariats wünschen. Die Art Noten zu geben und die Benotungssituationen sind meiner Meinung nach weder optimal noch besonders zielführend. Eine Begleitung und Beratung, ein kollegiales Lernen und eine damit verbundene Bewertung würde allen helfen. (Aber wie machen wir denn dann das Listenplatzverfahren? 🤯) Die Welt sieht im Moment leider anders aus.

Für uns Referendare gilt daher erstmal konstruktive Kritik anzunehmen und daraus eigene Schlüsse zu ziehen. Das ist eine Schlüsselfertigkeit von Lehrkräften.

Die Schuld auf andere zu schieben oder das System zu verteufeln kann einem bei der Stressbewältigung helfen und eventuell das Selbstwertgefühl steigern, aber hilft nicht dabei zu einer besseren Lehrkraft zu werden. Kritik anzuhören, die eigenen Schlüsse daraus zu ziehen und damit zu arbeiten, hilft aber sicherlich eine bessere Lehrkraft zu werden.

Organisation

Organisation ist für mich DAS Schlüsselproblem der meisten Referendare. Aus fehlender Organisation resultieren Stress, Zeitknappheit und am Ende schlechter Unterricht. Organisation ist für mich in zwei Bereiche zu unterteilen. Zum einen geht es um das große Ganze (Jahresplanung) und zum anderen um das klein-klein (Stundenplanung, Korrekturzeiten etc.).

Mein Tipp:

Setzt euch am Anfang des Schuljahres mit einer Tasse Kaffee / Tee hin und plant einmal grob durch. Die wichtigsten Fragen sind erstmal:

  • Wieviel Wochen hat das erste Halbjahr.
  • Wieviel Tage fallen aus? (Feier- und Brückentage, Klassen- und Kursfahren, Projektwochen, Austausch, Betriebspraktika oder -simulationen)
  • Wann werden die Zeugnisse an meiner Schule ausgegeben?
  • Wieviel Lernkontrollen/Arbeiten/Klausuren muss ich schreiben?
  • Wieviel Themen stehen im Curriculum/Rahmenplan/Lehrplan für dieses Schuljahr?

Wenn ich weiß wieviel Wochen ein Halbjahr hat und wieviel Tage ausfallen, dann habe ich die Anzahl der effektiven Unterrichtswochen. Bei 18 effektiven Unterrichtswochen kann man dann planen wieviel Wochen man pro Thema ungefähr veranschlagen muss. Vielleicht noch einen Puffer von ein oder zwei (Doppel-)Stunden einrechnen. Oft gibt es Vorschläge in Lehrplänen, oft sind die aber auch utopisch. In PoWi waren im Lehrplan oft 6 Wochen mehr veranschlagt, als man dann wirklich zur Verfügung hat. Das kann einem am Ende des Schuljahres dann ein Bein brechen.

Wenn man die Wochen pro Thema veranschlagt hat, dann kann man die Lernkontrollen terminlich festlegen oder evtl. plant man auch vom Klausurtermin aus mit einem Thema fertig zu sein. Beides ist möglich. Ich mache dann direkt einen Themenverteilungsplan für den Zeitraum bis zur Lernkontrolle oder zumindest bis zu den Ferien. Wenn ich die Klasse / den Kurs kenne, dann ist das natürlich schon wesentlich spezifischer, weil ich meine Fördervorhaben schon kenne. Ansonsten existiert lediglich eine ganz lose eine Reihenfrage und schon angedachte Stundenfragen. Das sieht ungefähr so aus.

Unterrichtsplanung

Ich persönlich habe im Referendariat immer mindestens 2 Tage im Voraus den Unterricht geplant. Besser gefühlt habe ich mich, wenn ich die gesamte Woche bereits am Wochenende geplant hatte. Das ist aber Geschmackssache.

Zumindest wusste ich aber immer, wann ich was machen muss.

Dazu helfen ToDo-Apps wie Todoist oder Things und ein Kalender. Dort habe ich hinterlegt wann ich welche Stunden zu planen habe, wann ich korrigieren will und wann ich Freizeit habe. Zu diesem Thema werde ich nochmal etwas separat schreiben. Julian Wagner hat dazu aber auch einen schönen Artikel zur Organisation mit OneNote geschrieben, der mir sehr geholfen hat.

Stressmanagement

Es ist egal wie sehr man organisiert ist und wie sehr man auf seine eigene Gesundheit achtet, irgendwann kommt die Situation in der man gestresst ist. Mit diesen Situationen muss man umgehen können. Jeder muss da für sich die beste Lösung finden.

Sport ist definitiv ein Aspekt, der sehr vielen Menschen dabei hilft weniger gestresst zu sein. Sport hilft dabei nachweislich Stress abzubauen und zu beruhigen.

Meditation ist auch einen Weg sich mit Stress auseinanderzusetzen. Meditation hat in Deutschland irgendwie einen schlechten Ruf, aber man kann auch ohne den ganzen esoterischen Unterbau meditieren und die nachgewiesenen Vorteile für sich nutzbar machen. Ich empfehle dafür immer die App Headspace, wenn man sich in das Thema einlesen möchte, dann bietet sich Meditation für Skeptiker am.

Sich Auszeiten zu nehmen, egal wie stressig es ist, ist extrem wichtig. Der Körper kann nur x Menge an Stress bewältigen und manchmal muss man auch einfach mal einen Tag “blaumachen”, egal wie viel noch zu tun ist. Am besten plant man diese Tage direkt in die Organisation auch mit ein, dann weiß man nämlich, dass man trotzdem alles schafft und man kann dann wesentlich besser entspannen.

Auszeiten sind auch die Netflix-Marathons am Abend oder am Wochenende oder mal mit dem Partner einen trinken zu gehen. Vor dem Examen habe ich ganz bewusst einen Bierbraukurs gemacht oder war bei den #edupnx auf einer Fortbildung.

Verabschiedung vom Perfektionismus

Keine Stunde ist perfekt.

Niemand erwartet von Referendaren, dass man nur perfekte Stunden hält. Man geht ganz automatisch aus ganz vielen Stunden raus und denkt sich “F-U-C-K, was war das denn?” Davon darf man sich nicht stressen lassen! Fehler und Schwierigkeiten gehören zum Lernprozess dazu!

  • Blätter dürfen mal nicht gelocht sein.
  • Man darf auch mal zu spät kommen.
  • Arbeitsblätter dürfen auch mal schlecht kopiert sein.
  • Man darf mal die Kreide vergessen.
  • Auch ein Unterrichtsbesuch darf mal schiefgehen!

Lehrer sind auch nur Menschen. Referendare sind auch nur Menschen.

Verabschiedet euch von Perfektionismus und akzeptiert die Welt wie sie ist. Das stresst euch weniger und macht euch das Leben einfacher.

Wirklich niemand hat einen Vorteil davon, wenn ihr bis nachts um 3 zu Hause sitzt und Blätter stanzt und locht und anmalt und keine Ahnung was noch alles. Ihr seid morgens müde, gestresst und werdet krank. Auch die Leistungs- sowie Belastbarkeitsgrenze sinkt.

Unterstützung suchen und annehmen

Mein größter Fehler zu Beginn des Referendariats war es mir keine Hilfe zu suchen. Durch kollegialen Austausch kann man nur profitieren. Die jungen Kollegen helfen einem durch die UBs und die älteren Kollegen helfen mit der pädagogischen Erfahrung. In Sachen Unterstützung können euch alle Kollegen helfen, auch die fachfremden. Vor allem wenn es um die pädagogischen oder organisatorischen Dinge geht, ist das Fach ganz oft egal. Viele Kollegen helfen euch gerne mit den Entwürfen, tauschen mal eine Stunde oder verteidigen euch in den Nachbesprechungen. Man kann diese Hilfe gar nicht hoch genug bewerten.

Nebenbei bemerkt, das Sekretariat, die Hausmeister und die Putzkräfte sind eure Freunde! Schulen werden eigentlich nicht von den Direktoren geleitet, sondern von diesen Personen. Im Zweifel kennen die nämlich den Trick die Tür im Keller aufzumachen oder wissen wie man an die Dokumentenkamera kommt.

Im Zweifel wurde dieser Beitrag über im Internet gefunden, wahrscheinlich sogar über ein soziales Netzwerk. In diesen findet man engagierte Kollegen, von denen man lernen und mit denen man sich austauschen kann. Dies funktioniert für mich am besten über Twitter. Dazu gibt es hier eine kleine Anleitung.

Es gibt aber auch viele Facebookgruppen und Blogs.

Engagiert euch

Ein weiterer Teil, der mir persönlich am Herzen liegt, ist das Engagement am Studienseminar. Das ist kein muss, sondern eher ein Plus. Ganz viele Seminare bieten an, dass die Referendare sich in der Organisation der Ausbildung beteiligen. In Hessen gibt es den Seminarrat, der zur Hälfte aus Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und zur Hälfte aus Ausbildern besteht und Beschlüsse zum Umfang von Unterrichtsentwürfen, zu Gästeregelungen und zu Fristen et cetera fasst.

Neben den offensichtlichen Vorteilen, die dieser Austausch für Ausbilder und LiV hat, lernt man hier auf einer ganz anderen Ebene die Ausbilder kennen. Das kann nur von Vorteil sein.

Ich hoffe, dass ich euch helfen konnte und drücke euch allen die Daumen für Unterrichtsbesuche und Lehrproben.

Packliste fürs Examen (oder den Unterrichtsbesuch)

Hauspost

Bei mir war es letzte Woche endlich soweit:

Examen

via GIPHY

An so einem Prüfungstag muss man allerlei Kram dabeihaben. In der Nervosität kann man schnell mal was vergessen, deshalb habe ich mir eine Packliste geschrieben und die möchte ich mit euch teilen.

Allgemeines

  • Trinken
  • Essen
    • Was Richtiges
    • Was Süßes
  • Medikamente
    • Was gegen Kopfschmerzen.
    • Was gegen Sodbrennen.
    • Was gegen grippalen Infekt.
  • Tempos
  • Deo / Parfum
  • Schminke

Ausrüstung

  • Folienstifte
  • Whiteboard Marker / Kreide
  • Magnete
  • Moderationskarten
  • Glocke
  • Entwürfe mit Unterschrift
  • Was Alkoholisches

Zum Reflektieren

  • Didaktisches Sechseck
  • Beobachtungsbögen

Für die Stunde/n

  • Arbeitsblätter Fach 1
    • Quelle
    • Aufgaben
    • Material
    • Hilfekarten
  • Arbeitsblätter Fach 2
    • Quelle
    • Aufgaben
    • Material
    • Hilfekarten
  • Folien
    • Einstieg Geschichte
    • Einstieg PoWi
    • Stundenfrage PoWi
    • Stundenfrage G
    • leere Folien
  • Ablaufplan Fach 1
  • Ablaufplan Fach 2
  • USB Stick:
    • Präsentation Fach 1
    • Präsentation Fach 2
    • Ganzer Ordner Examen /UB

Die Packliste zum Runterladen.

Kulturzugangsgeräte sind ein Segen für alle Altersklassen

Bildung und Schule / Meinung / Video / Youtube

Wir sprechen in der Medienbildung ganz oft (und in der Schule ab und zu) davon, dass Smartphones den Zugang zu Kultur ermöglichen. Als Lehrer* denken wir dabei meistens an Schülern* und manchmal noch an die Erwachsenenbildung, die wir Lehrkräfte von weiterführenden Schulen übrigens viel zu sehr ausblenden. Technik bietet aber allen Altersklassen Zugang und das beweist dieses Video sehr eindrucksvoll. Ich habe selten jemanden sich so freuen sehen.

Wenn wir heute von Lebenslangem Lernen sprechen, dann sprechen wir auch von Medienbildung und Medienkompetenz. Vor 20 Jahren konnten technisch abgehängte Menschen vielleicht keine VHS Recorder bedienen (#Klischee), in 20 Jahren können sie ihr ganzes Haus nicht mehr bedienen. Das darf nicht passieren. Mir fällt hier immer wieder ein Zitat aus Dirk Gently ein (Ihr solltet übrigens die Netflix Serie dazu gucken!)

I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.
Douglas Adams, The Salmon of Doubt (Dirk Gently, #3)

Ich persönlich habe große Angst vor technischen Konservatismus und den Verteufeln von neuen Techniken. Es wird spannend wie wir als Gesellschaft mit dem Alter und der zunehmenden Technisierung unseres Alltags umgehen werden.

Wie plane ich eine Unterrichtsstunde? Die Basics für Referendare*

Bildung und Schule

Wenn man anfängt zu unterrichten ist eine der zentralen Fragen „Was mache ich in der nächsten Stunde?“ Über die Planung von Unterricht ist schon sehr viel geschrieben worden und die perfekte Stunde wird es wohl nicht geben, auch wenn man immer wieder von diesen 15 Punkte-Unterrichtsbesuchen und -Lehrproben hört. Ich möchte euch Referendaren* im Folgenden eine erste Idee von der Planung von Unterricht geben.

Vorweg muss gesagt werden, dass man natürlich in einer idealen Welt immer die ganze Reihe plant und die einzelnen Stunden dann zum Gesamtziel der Reihe beitragen. Außerdem treffen die folgenden Aspekte nicht auf Projektunterricht zu. Hier geht es in einem ersten Schritt „nur“ um die Planung einer (Doppel-)Stunde.

Womit fängt man nicht an?

Mein Problem zu Beginn des Referendariats war, dass im Kern- oder Schulcurriculum verbindliche Inhalte stehen, die bereits einen mehr oder minder großen Rahmen bieten. In Politik und Wirtschaft muss man zum Beispiel den Bundestag, die Parteien oder den Bundesrat besprechen. Für Schüler* meist suuuuper spannende Themen. Mit dieser Vorgabe ist dann total verlocken das Schulbuch aufzumachen und das Kapitel „Bundestag“ in der nächsten Stunde zu lesen und die Aufgaben zu bearbeiten. Das wird den Schülern* wahrscheinlich total Spaß machen.

Neben der Planung vom Inhalt her, ist auch ein Klassiker das Planen vom Material aus. „Ich habe doch noch das coole Video von Extra3 zum Bundestag. Damit mache ich was.“ Nicht jedes Material passt aber auf jede Klasse.

Das Problem dieser Denkweisen ist das man die Schüler* dabei außen vorlässt. Das können auch gute Stunden werden, aber werden es meistens nicht.

Wie geht es also?

Unterricht muss von innen nach außen geplant werden. Die allererste Frage muss lauten: „Was möchte ich in dieser Stunde erreichen?“ oder anders formuliert „Was ist das Lernziel dieser Stunde?“ Diese Lernziele können dann verschiedenen Kriterien genügen, sollten aber immer ein Problem sein an dem die Schüler* sich reiben können. Um beim Thema Bundestag zu bleiben, hier ein paar Ideen zu Problemen rund um den Bundestag, angedockt an verschiedene didaktische Prinzipien.

Schüler*bezug

Oft interessieren sich die Schüler* für bestimmte (Teil-)Themen, die man in den Vordergrund stellen kann. Die Schüler* fühlen sich so direkt ernster genommen und haben durch den Bezug eine höhere Motivation. Wofür sich die Schüler* interessieren findet man entweder im LSG oder in einer Eingangsdiagnose raus. Manchmal muss man die Themen etwas Biegen, aber das kann sehr gewinnbringend sein. Auch über die Architektur des Reichstages kommt man zu den Aufgaben des Bundestags, indem man die Raumstruktur analysiert und sich dann überlegt wieso man so viele Räume braucht.

Aktualitätsbezug

Manchmal hilft einem auch der Zufall oder der Zeitpunkt. Gerade erst hat sich der neue Bundestag konstituiert, dabei wurde ein AfD’ler nicht als Stellvertreter gewählt. Darüber kann man die Aufgaben des Bundestags erarbeiten (Analysekompetenz) und am Ende dann noch den Kindergarten dieser Wahl diskutieren. (Urteilskompetenz)

Kontroversität

Der neue Bundestag hat mehr Mitglieder als je zuvor, was an den Ausgleichsmandaten liegt. Man kann zur Diskussion stellen, ob das eine gute Sache ist. In dem Fall ist es dann sogar noch aktuell. (Urteilskompetenz)

 

Die Schüler* werden so deutlich mehr motiviert als mit einer Stunde a la Heute machen wir die Aufgaben des Bundestages. Die Aufgaben des Bundestags werden trotzdem thematisiert, aber sie werden in ein Problem eingebettet. Nicht jede Stunde kann und muss natürlich allen didaktischen Prinzipien genügen. Dennoch: Erst wenn die Lernziele ausgearbeitet sind, kann die Suche nach Material beginnen und auf Basis der Materialauswahl kann dann auch die Methode gewählt werden.

Ich persönlich finde es vor allem am Anfang sehr wichtig, dass die Stunde rund ist und nicht noch 10 Minuten am Anfang der nächsten Stunde nachgeholt werden müssen, weil mit zuviel geplant wurde. Lieber mit weniger planen und dafür einen Puffer eingeplant haben. Vor allem am Anfang neigt man dazu die Zeit falsch einzuschätzen. Das muss man erst lernen und wird auch mal schiefgehen. Auch davon geht die Welt nicht unter.

Meine Beschreibungen sind sehr von der Analyse- und Urteilskompetenz (und dem Stoff) her ausgegangen. Es kann natürlich aber auch Lernziele im Bereich der Methoden- oder der Sozialkompetenz geben. In eurem Fach heißen die Kompetenzen vielleicht (leicht) anders, aber ich hoffe es wird klar was damit gemeint ist.

Update:

Der gute Bob Blume hat am gleichen Tag einen wesentlich ausführlicheren Artikel dazu geschrieben und dazu auch die Meinung von Fachseminarmitgliedern* eingeholt