Neue Schule – neues Glück

Berufsanfang / Bildung und Schule

Vor fünf Wochen habe ich an einer neuen Schule angefangen. Das bedeutet für mich als Lehrkraft ganz viele neue Eindrücke, neue Perspektiven, neue Wege Dinge zu tun und vor allem 297 neue Schüler_innen in 12 Klassen. Ich bin zum Glück wieder an einer modern ausgestatteten Schule gelandet und muss deshalb nicht mehr meinen eigenen Beamer von Klassensaal zu Klassensaal schleppen und kann mich wieder auf ein WLAN verlassen, muss also nicht dauernd in den Computersaal rennen.

Dieses Schuljahr durfte ich auch das erste Mal ein onboarding erleben. Alle neuen Lehrkräfte und die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Referendare) haben an einem gesonderten Termin die Schule und die Abläufe vorgestellt bekommen. Wir wurden in das LMS eingeführt, es wurden spezielle Abläufe geklärt und man konnte Fragen stellen. Ich wurde nicht, wie an einer anderen Schule tatsächlich passiert, am ersten Schultag um 7:00 Uhr, direkt nach der Vertragsunterzeichnung, auf dem Gang stehen gelassen und musste mich selbst zurechtfinden. Ein onboarding klingt trivial, aber viele Schulen haben gar kein oder ein schlechtes onboarding, weshalb ich meiner aktuellen Schule sehr dankbar dafür bin sich da bereits vor Jahren Gedanken drüber gemacht zu haben.

Auch im Schulalltag sind es die kleinen Dinge, die einen als neuen Kollegen entlasten. Ich kann alle Kolleg_innen über itslearning anschreiben und Dinge fragen. Wir haben ein Glossar mit den FAQ und der Arbeitenplan ist digital abrufbar. Meine neue Schule setzt außerdem auf ein Lehrerraumprinzip, was für mich bedeutet, dass ich nicht wochenlang verwirrt durch die Gänge laufen muss. 😅 Außerdem kann ich Materialien und Bücher oder Papier für Schüler_innen ohne Block in meinem Raum lassen und mich darauf verlassen, dass sie das das nächste Mal auch noch sind. Auch das mag alles trivial klingen, bedeutet aber für mich, dass ich mich auf die wichtigen Dinge wie Unterricht konzentrieren kann. Ein eigener Raum bedeutet aber auch, dass ich ihn selbst gestalten kann. So haben ich jetzt Gruppentische gestellt und eine Pflanze bekommen und ich arbeite an meiner Wand mit den Motivationssprüchen.

Nach 5 Wochen bin ich immer noch fleißig am Namen lernen und scheitere wie jedes Jahr daran, die stillen Schüler_innen kann ich immer erst zum Halbjahr mit Namen ansprechen. Wir hatten die ersten kleineren Katastrophen, weil ich mal unsouverän reagiert habe oder Dinge nicht so gelaufen sind, wie sie geplant wurden. Mit Ehrlichkeit und Entschuldigungen konnte ich das hoffentlich alles aus dem Weg räumen. Ich habe aber auch ein paar wirklich tolle Erfahrungen machen können. Die Kurzreferate in den 7. Klassen laufen wirklich gut und in den 9. Klassen sind wirklich aktuelle Diskussionen zu Verantwortung Europas gegenüber ehemaligen Kolonien gelaufen (Bolsonaro und Tönnies sei hier für die Steilvorlagen gedankt), um nur zwei Dinge mal zu nennen. Meine anderen Schüler_innen sind auch toll. 😊

Was mich auch sehr freut ist, dass sich direkt drei Praktikant_innen entschieden haben bei mir als neuem Kollegen zu hospitieren und auch geblieben sind. 😅 Die ersten Stunden wurden bereits gehalten und Feedback wurde gegeben. Das kostet natürlich alles zusätzliche Zeit, aber ich mache das wirklich gerne. Mit anderen Menschen eine Stunde zu durchdenken oder Feedback zu Planungen geben zu können bringt auch mich weiter. Das Feedback der Praktikanten war bisher auch ganz gut.

Leider beginnt mein Surface Pro 4 gerade den Geist aufzugeben, wenn es heiß wird, dann geht der Stift nicht mehr richtig. Das hat mich ein paar Stunden Fehlersuche gekostet und da der Fehler nur bei Hitze auftritt auch ein paar nervige Minuten in der Schule, weil ich mit dem Surface geplant hatte und dann doch den PC am Smartboard anmachen und mit meinen Schüler_innen auf das Laden von SmartNotebook warten musste. 🙄 Ein Glück ist bald das Surface Event. 💰💸 Solange lade ich mein Surface taktisch auf und versuche Hitze zu vermeiden, es wird ja jetzt eh Herbst.

Jetzt kommt aber erstmal schon wieder die Zeit im Jahr, wo man anfängt Lernkontrollen und Klausuren zu planen, Checklisten fertig zu machen und sich zu überlegen wie man den Schüler_innen in der Vorbereitung noch helfen kann. Ersatzleistungen für Lernkontrollen plane ich gerade für das zweite Halbjahr. Ich freue mich schon!

Mein Job ist einfach großartig.

Der Autor

Ich leite den Laden hier.