Der perfekte Lehrerlaptop

Meinung

Was macht einen guten Laptop für Lehrkräfte aus?

Mein wichtigstes Arbeitsgerät in der Schule ist mein Laptop. Alles, wirklich alles findet auf meinem Laptop statt. Ich bereite meinen Unterricht mit dem Laptop vor, meine Materialien sind digital, meine Notenverwaltung und Kalender sind auf dem Laptop, neuerdings scanne ich sogar meine Bücher und habe sie nur noch digital dabei. Außerdem verwende ich ihn als Gerät um meinen eigenen Beamer anzusteuern.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich brauche einen sehr guten Laptop, weil das Arbeiten sonst wirklich keinen Spaß macht.

Aus dem Kollegium kenne ich die Diskussion rund um „den perfekten Laptop“ und mag hier und heute mal meine persönliche Empfehlung dazu abgeben und begründen warum ich diesen Laptop empfehle.

Ich benutze ein Surface Pro 4.

Ein guter Laptop für eine Lehrkraft muss für mich vier Kriterien erfüllen und zwar in dieser Reihenfolge.

  1. Gewicht
  2. Akkulaufzeit
  3. Speicher
  4. Funktionalität

Hä!? Aber was ist mit dem Preis?

Für mich spielt der Preis eine untergeordnete Rolle. Ich möchte den Laptop jeden Tag als mein Hauptarbeitsgerät benutzen und da darf er etwas mehr kosten. Qualität hat ihren Preis. Ich habe mir meinen jetzigen Laptop als Referendar im Angebot für 749€ gekauft und bereue es nicht. Ich verstehe, wenn Menschen sich Dinge aus verschiedenen Gründen nicht leisten können und es gibt wichtigere Dinge als einen Arbeitsrechner, aber wenn man sich danach umguckt, dann empfehle ich diesen hier. 

Gewicht

Eigentlich ein no brainer. Ich schleppe den Laptop jeden Tag mit mir rum und er darf deshalb nicht viel wiegen. Lehrertaschen sind ohnehin meistens zu schwer und für diejenigen Menschen, die nicht alles digital haben, ist das Gewicht ein noch größeres Argument.

Mein Surface Pro 4 wiegt mit dem m3 Prozessor 766 gr, dazu kommen nochmal ~300gr für die Tastatur und 20gr für den Surface Pen. Wir liegen also bei ~1,1kg mehr in der Tasche. Durch die geringe Bauhöhe merkt man das Gewicht, wenn man das Surface in der Hand hat, aber gar nicht und im Tabletmodus sowieso schon nicht. Wenn ich keinen Beamer brauche, dann laufe ich nur noch mit dem Surface unterm arm in den Klassensaal. Das ist ein sehr angenehmes Gefühl.

Akkulaufzeit

Das ist auch nach zwei Jahren Nutzungszeit direkt mein größter Kritikpunkt. Ich komme mit dem Surface Pro 4 gerade so über 6 Stunden Schule. Ich habe es aber natürlich auch mehr als die Hälfte der Stunde an und benutze es. Dennoch würde ich mir die versprochenen 9h wünschen, dann hätte ich das Netzteil nicht dabei und wäre wesentlich entspannter. (Gerade hänge ich nach einem 6h Tag am Netzteil, weil der Akku das nicht mehr mitmacht. Jetzt ist mein Gerät aber auch schon 2 Jahre und 2 Monate alt und ich habe ihn wirklich jeden Tag benutzt. Der Akku dürfte also langsam auch altersschwächer werden. Am Anfang war hat er länger gehalten.  

Speicher

Ich habe mir damals aus Geldgründen nur die kleine Speicherversion geholt und auch nur die mit 4GB Arbeitsspeicher (Ram). Letzteres bereue ich oft ein wenig, weil Windows doch eher mit 8GB Arbeitsspeichern gut läuft und nicht mit 4GB. Die 128 GB Festplatte sind aber tatsächlich kein Problem, weil das Surface noch einen MicroSD Kartenslot hat. Hier steckt nochmal eine SD mit 128GB. Dort lagere ich alle Daten aus, die ich nicht so oft brauche und deshalb die Lese- und Schreibgeschwindigkeit nicht so wichtig sind.

Nicht jeder Laptop hat aber einen SD Karten Slot, hier sollte man also aufpassen. Material wird ja auch in der Regel oft eher mehr als weniger und man will dann auch alles dabeihaben. 😅 Als Office 365 User muss man sich aber bei einer stabilen Internetverbindung keine Sorgen machen, weil Windows mittlerweile ja die online Inhalte von OneDrive im Explorer anzeigt und man es dann on the fly runterladen kann.

Funktionalität

Vor dem Kauf muss man sich natürlich überlegen was man will. Braucht man einen Touchscreen, will man macOS oder Windows, möchte man einen Laptop für Videoschnitt oder zum Spielen?

Das Surface Pro 4 ist kein rechenstarkes Arbeitstier, vor allem nicht mit dem m3 Prozessor, welcher eher auf Akkulaufzeit und Office ausgelegt ist und nicht auf Leistung. Es gibt natürlich auch i3 oder i5 Prozessoren, aber dann leidet die Akkulaufzeit und man hat einen Lüfter verbaut. Videos schneide ich mit dem Surface nur unter Protest und Spielen ist auch kein Thema. Leider!

Für mich spielt der Tabletmodus eine große Rolle. Einfach mal die Tastatur abnehmen, im Raum stehen und am Beamer das Tafelbild mit dem Tablet in der Hand erstellen. Wenn man eine drahtlose Verbindung hat, dann auch mal von hinten im Klassensaal. Ich laufe gerne durch den Raum. Der Surface Pen und der Tabletmodus erlauben es mir, mal eben Google Maps aufzumachen und einen Truppenverlauf in Syrien zu zeigen oder die Mauer in Berlin einzuzeichnen oder so Späße.

Dongletown

Leider ist im Surface Pro 4 nur ein MiniDisplay Port verbaut und kein HDMI, man braucht also immer einen Adapter. Da ich eh einen Beamer habe und der Adapter direkt am Kabel hängt ist das bei mir kein Problem. Zu Hause liegen aber für alle gängigen Steckerformate Adapter und warten auf ihren Einsatz. Nicht immer kann oder darf ich meinen eigenen Beamer verwenden, man muss also die Adapter doch oft dabei haben.

Was ist noch gut?

In der Schule ist das magnetische Ladekabel Gold wert, weil die Schüler meinen Laptop nicht mehr vom Tisch runterreißen können, wenn sie total erlaubter Weise durch mein Klassenzimmer laufen um den Spitzer auszuleeren… Mac User kennen und lieben das Prinzip, zumindest die mit alten Geräten. Auf der anderen Seite würde ich mir einen zusätzlichen USB-C Port wünschen, damit ich nur noch ein Ladegerät für alle Geräte haben muss.

Die Tastatur ist wirklich, wirklich gut und das Trackpad auch. Selten hat es mir so viel Spaß gemacht auf einer Tastatur zu tippen und leider hat sie mir billigere Tastaturen für immer versaut. Auch das kennen Mac User, zumindest die mit alten Geräten. 🙈

Das 4:3 Format erleichtert die produktive Arbeit immens. Man sieht einfach mehr vertikalen Text als bei einem 16:9 Bildschirm. Was bei Filmen und Serien nervt, ist beim Arbeiten suuuper praktisch.

Alternativen

Natürlich kann man sich immer einen Mac kaufen, wenn man Windows nicht mag. Mir persönlich würde nur einfach der Touchscreen fehlen, auch wenn das Betriebssystem stabiler, die Akkulaufzeit besser und der Wiederverkaufswert nach 5 Jahren kein Witz ist.

Ein iPad habe ich immer wieder ausprobiert und das funktioniert auch, aber für mich gibt es einfach zu viele nervige work arounds, weil Apple sich weigert ein Dateisystem einzubauen. Ich mache auf dem iPhone X ein paar Dinge und das funktioniert auch sehr gut, aber meistens bin ich am PC einfach schneller. Wobei man natürlich auf dem iPad die wesentlich bessere Kamera hat (Stichwort Selbstbau-Dokumentenkamera) und die Apps wesentlich besser und vielfältiger sind als Windows 10 Apps im Tabletmodus. Der Tabletmodus ist nämlich außer zum Zeichnen und Konsumieren eher ein Treppenwitz.

Im gleichen Formfaktor, ein Kollege hat es und ist zufrieden, gibt es noch das Acer Switch 2in1. Finde ich jetzt nicht ganz so schön und ich zweifle am Kickstand, weil er keine volle Fläche hat, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.

Wenn man den Tabletmodus nicht braucht und immer eine Tastatur möchte, dann gibt es wirklich viele gute Alternativen im PC-Land.

Ich hoffe ich konnte einigen mit diesem Artikel bei der PC Suche helfen. 🙃

unsplash-logoMarius Masalar

Der Autor

Ich leite den Laden hier.