Bring your own device

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Bildung und Schule

Manche Dinge lernt man ja erst durch Erfahrung. Ich bin jetzt seit einigen Monaten Referendar an einer Medienschule. Wir haben überall Smartboards und Rechner. Ich bin also in einer extrem privilegierten Situation, verglichen mit vielen anderen Kolleg_innen.

Bevor ich an der Schule angekommen bin, war ich immer Gegner des „bring your own device“-Ansatzes. Ich dachte immer, dass es leichter ist wenn alle Beteiligten das gleiche Gerät und die gleiche Infrastruktur benutzen. Es gib weniger Probleme für die Kolleg_innen, die Admins und vor allem die Schüler_innen. Ich sitze hier heute vor meinem kaputten USB-Stick. Für mich das Sinnbild für alles was falsch läuft am nicht-byod-Ansatz.

Unsere Smartboards haben angeschlossene Rechner, die auch in der Regel funktionieren. Die Smartboardrechner werden beim Runterfahren komplett gelöscht und auf 0 gesetzt. Es werden also alle Lesezeichen in den Browsern, alle Daten, jeder neue Gerätetreiber, alles wird gelöscht. Ich muss also bei jedem Neustart meinen 32GB Stick neu einlernen, selbiges gilt für meinen Logitech Presenter. Windows 7 braucht dann also erstmal, bis ich es verwenden kann. USB-Stick wird gescannt, Logitec Presenter wird eingerichtet. Anschließend wollen Chrome oder Firefox erstmal die Datenschutzklauseln abgenickt sehen und manchmal fährt der Computer im Hintergrund noch Updates und Stuff. Sprich er ist langsam und es braucht alles erstmal.

Eigentlich sind die einzelnen Punkte nicht Schlimm, aber die Masse macht es. Was bedeutet das für mich als Lehrkraft im Alltag? Ich verliere, wenn ich mit dem Smartboard in den Unterricht einsteige jedes Mal bis zu 10 Minuten. Jetzt habe ich keine 10 Minuten jede Stunde, ich habe nicht mal 5 Minuten jede Stunde. Wenn man sich das mal kurz ausrechnet, dann kommt da ganz gut was an Zeit zusammen. Bei einem halben Jahr Politikunterricht mit zwei Wochenstunden sind das bei 26 Wochen 260 Minuten (4,3 Stunden) die weg sind. 520 (8,67 Stunden), wenn ich zwei Einzelstunden die Woche habe. Ich habe im Moment fünf Mal die Woche eine Doppelstunde. Das entspricht 21,5h im Halbjahr, die ich an das Smartboard verliere. Das ist fast ein ganzer Tag.

Alternativ kann ich natürlich in der Pause kommen und da alles machen. Ich möchte aber nicht auf die Pause verzichten müssen. Ich muss auch mal pinkeln, will im Lehrerzimmer schwätzen oder was essen. Angesehen davon, dass noch kopiert werden muss und Aufsicht auf dem Plan steht.

Wenn ich meinen eigenen PC / Mac mitbringe, dann fällt all das weg. Ich muss nur das Kabel reinstecken, kurz warten bis Beamer und Betriebssystem sich vertragen und gut ist. Im Alltag ist BYOD für mich ein Dealbreaker und ich werde das ab sofort immer machen. Auch, wenn das für mich entweder einen 59€ teurer Apple Adapter bedeutet oder 1,4kg mehr Gewicht in der Tasche, weil ich den Laptop mitnehmen muss.

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Ich leite den Laden hier.

5 Kommentare

    • Apple TV ist mir ehrlichgesagt zu teuer und Chromcast ist nichts, worauf ich mich im Untericht verlassen will. Außerdem muss ich den entweder ins Schulnetz hängen, dann haben die SuS drauf Zugriff, oder ich muss jedes Mal einen Hotspot aufmachen. Das ganze ist auch nicht wirklich praktikabel.

  1. Klingt alles verständlich, ich halte allerdings hier falsche Administration für die Wurzel des Problems. Es ist ja so, dass das Betriebssystem jedes mal ein image läd – was je nach Leistung des Netzes/Servers/Thin-Clients ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt – selbst wenn nur das Profil geladen wird.
    Es sollte doch möglich sein, Einfluss auf das Image zu nehmen: a) Update richtlinien richtig einstellen b) Firefox uns Co Anwendungsfertig einrichten c) relevante Treiber der Lehrkräfte integrieren. Ist doch nicht so schwer …

    • Wir bekommen jetzt neue Rechner, da rede ich nochmal mit dem Kollegen. Prinzipiell hast du wahrscheinlich Recht. Ganz ohne Zeitverlust wird es aber nie gehen. Was für mich ja auch immer noch dazu kommt ist, dass ich Abends das ganze Material auf den Stick ziehen muss und der Stick gehen muss. Ich versuche es jetzt erstmal mit dem iPad, da ist eh alles drauf oder ich hab über die Dropbox direkt Zugriff.

  2. Ich bin/war Administrator.

    Selbst ich bin immer mehr der Meinung das byod besser für alle ist.
    Das bedingt natürlich das die Infrastruktur Sicherheit bedingt angepasst werden muss.

    Ebenfalls muss selbstverständlich jeder einzelne mehr Verantwortung übernehmen und gegebenenfalls Probleme an seinem Gerät selber lösen.

    Ich denke aber das am Schluss, alle was davon haben und man produktiver Arbeiten kann ohne immer irgendwelche Auflagen und Verbote von den Administratoren zu ertragen. (Einige werden natürlich immer noch gelten 🙂 ist aber auch sinnvoll. )

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