Bring your own device

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Bildung und Schule
USB-Stick

Manche Dinge lernt man ja erst durch Erfahrung. Ich bin jetzt seit einigen Monaten Referendar an einer Medienschule. Wir haben überall Smartboards und Rechner. Ich bin also in einer extrem privilegierten Situation, verglichen mit vielen anderen Kolleg_innen.

Bevor ich an der Schule angekommen bin, war ich immer Gegner des „bring your own device“-Ansatzes. Ich dachte immer, dass es leichter ist wenn alle Beteiligten das gleiche Gerät und die gleiche Infrastruktur benutzen. Es gib weniger Probleme für die Kolleg_innen, die Admins und vor allem die Schüler_innen. Ich sitze hier heute vor meinem kaputten USB-Stick. Für mich das Sinnbild für alles was falsch läuft am nicht-byod-Ansatz.

Unsere Smartboards haben angeschlossene Rechner, die auch in der Regel funktionieren. Die Smartboardrechner werden beim Runterfahren komplett gelöscht und auf 0 gesetzt. Es werden also alle Lesezeichen in den Browsern, alle Daten, jeder neue Gerätetreiber, alles wird gelöscht. Ich muss also bei jedem Neustart meinen 32GB Stick neu einlernen, selbiges gilt für meinen Logitech Presenter. Windows 7 braucht dann also erstmal, bis ich es verwenden kann. USB-Stick wird gescannt, Logitec Presenter wird eingerichtet. Anschließend wollen Chrome oder Firefox erstmal die Datenschutzklauseln abgenickt sehen und manchmal fährt der Computer im Hintergrund noch Updates und Stuff. Sprich er ist langsam und es braucht alles erstmal.

Eigentlich sind die einzelnen Punkte nicht Schlimm, aber die Masse macht es. Was bedeutet das für mich als Lehrkraft im Alltag? Ich verliere, wenn ich mit dem Smartboard in den Unterricht einsteige jedes Mal bis zu 10 Minuten. Jetzt habe ich keine 10 Minuten jede Stunde, ich habe nicht mal 5 Minuten jede Stunde. Wenn man sich das mal kurz ausrechnet, dann kommt da ganz gut was an Zeit zusammen. Bei einem halben Jahr Politikunterricht mit zwei Wochenstunden sind das bei 26 Wochen 260 Minuten (4,3 Stunden) die weg sind. 520 (8,67 Stunden), wenn ich zwei Einzelstunden die Woche habe. Ich habe im Moment fünf Mal die Woche eine Doppelstunde. Das entspricht 21,5h im Halbjahr, die ich an das Smartboard verliere. Das ist fast ein ganzer Tag.

Alternativ kann ich natürlich in der Pause kommen und da alles machen. Ich möchte aber nicht auf die Pause verzichten müssen. Ich muss auch mal pinkeln, will im Lehrerzimmer schwätzen oder was essen. Angesehen davon, dass noch kopiert werden muss und Aufsicht auf dem Plan steht.

Wenn ich meinen eigenen PC / Mac mitbringe, dann fällt all das weg. Ich muss nur das Kabel reinstecken, kurz warten bis Beamer und Betriebssystem sich vertragen und gut ist. Im Alltag ist BYOD für mich ein Dealbreaker und ich werde das ab sofort immer machen. Auch, wenn das für mich entweder einen 59€ teurer Apple Adapter bedeutet oder 1,4kg mehr Gewicht in der Tasche, weil ich den Laptop mitnehmen muss.

#EdchatDE Fragen zum summerspecial 139

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Bildung und Schule / Hauspost

Hallo ihr Lieben,

der gute @jnwbr und ich leiten heute das #EDchatDE summerspecial 139. Hier gibt es als quick and dirty Post die Fragen für heute Abend.

Das Thema wird „Gute Vorsätze für’s neue Schuljahr“ sein.

F1: Gesund leben wollen, doch am 5. Januar wird das Pizzataxi gerufen. Sind gute Vorsätze überhaupt sinnvoll? #EDchatDE

F2: Wieviel Vorsätze sollte man sich vornehmen? || Wieviel Vorsätze habt ihr euch vorgenommen? #EDchatDE (mod2)

F3: Diese Dinge sind schon gut gelaufen. Davon wünsche ich mir mehr: #EDchatDE

F4: Das stört mich. Das will ich besser machen: #EDchatDE

F5: Antworte auf 3 Tweets unterschiedlicher Teilgeberinnen a) zustimmend b) kritisch c) provozierend! #EDchatDE

F6: YouTube, Snapchat, PokemonGo. So nutze ich die Möglichkeiten im kommenden Schuljahr. Sollte ich wirklich? #EDchatde

F7: Veränderungen im #EdChatDE? Welche guten Vorsäte sollte sich dein liebster Twitter-Chat nehmen? #EDchatDE

F8: Welche Anregungen, Fragen hast du sonst noch zum Thema „Thema des Chats?“ #EDchatDE

F9: Aktuelle Tipps für die Feriengestaltung #EDchatDE

Eine Anleitung zum #EDchatDE findest du hier.

Viel Spaß heute Abend. Ich freue mich auf euch alle.

What’s in my bag?

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Bildung und Schule
Meine Tasche

Technik-, Foto- und Videoblogger machen gerne diese kurzen Beiträge über den Inhalt ihrer Taschen und da dachte ich mir so:

Warum machen Lehrer_innen das eigentlich nie?

Ich fange einfach mal an und ihr macht einfach alle mit.

Ich bin gerade in Hessen mit dem Einführungssemester fertig. Das bedeutet, dass ich mit dieser Tache und deren Inhalt noch keinen eigenverantwortlichen Unterricht halten muss/darf. Ich halte zwar schon Unterricht, aber immer mit einer Doppelsteckung. Meine Tasche wird sich also wahrscheinlich noch sehr wandeln, aber das macht ja nichts. Ich kann ja einfach jedes halbe Jahr ein neues „What’s in my bag?“ posten.

Im Moment versuche ich mit leichtem Gepäck zu reisen und hab deshalb nur eine kleine Tasche dabei. So limitiere ich mich selbst.

Ihr seht auf dem Foto.

  • 2 Whiteboard Marker (Wir haben keine Tafeln mehr.)
  • 3 Folienstifte (OVP haben wir noch ein paar.)
  • Meinen Füller. Ich liebe Füller.
  • Einen Ersatzkugelschreiber, falls der Füller mal den Geist aufgeben sollte.
  • Mein Leuchtturm Notizheft. Manchmal kann ich das iPad nicht benutzen, fotografiere die Notizen ab und lade sie ins Wiki hoch.
  • Mein iPad Air 1 mit einem ZAGG Folio. Arbeitsgerät Nummer 1.
  • Thermosbecher, für die Koffeinversorgung
  • Eine zerknäulte Wasserflasche.
  • Quick Charge Ladegerät für mein Nexus 5X, weil ich es leider einfach brauche
  • Logitech Presenter R400. Für Lehrervorträge und als Laserpointer
  • Ein paar Medis für den Notfall.
  • Meine Dicota Code Messenger Tasche
  • Mein Taschenmesser. Da ist alles dran, sogar ein Bithalter und Bits. Ich repariere damit alles. Wirklich alles.
  • Eine rote Mappe für alle zu scannenden Unterlagen, die man so in Seminaren und in der Schule bekommt.
  • Feuerzeug, man weiß ja nie wann man ein Feuer legen muss
  • Zwei Batterien, falls die Maus oder die Tastatur des Smartboards mal keinen Saft mehr hat.
  • Einen USB-Stick als Ersatz, man weiß ja nie.
  • Taschentücher, für Allergiker unverzichtbar.

Jetzt seid ihr dran. Was ist in eurer Tasche?

Reihenplanung Medien in PoWi

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Allgemein
media small

In Hessen steht als Politiklehrer Medienbildung mit auf meiner Aufgabenliste. Im Lehrplan spiegelt sich das an zwei Stellen wider, nämlich in der 7. und in der 9. Klasse. Hier beschäftigt man sich dann mit „Medien“ und während viele wichtige und zeitlose Themen im Lehrplan stehen, ist er an anderer Stelle antiquarisch.

Ein Beispiel:

CD ROM

CDs? Ich habe seit Jahren kein CD-Laufwerk mehr im PC!

Jetzt ist der Lehrplan zum Glück bald sowieso nicht mehr bindend und die Curricula und der Wandel hin zum kompetenzorientierten Unterricht erlaubt mir wesentlich stärker die Themen zu wählen, an denen ich die Schüler_innen zu denken Wesen erziehen kann.

In meinem Fachdidaktikseminar am Studienseminar haben wir dieses Semester eine grobe Reihe planen müssen. Ganz trocken, ohne die ganz tiefen Inhalte und ohne Material. Wir müssen lernen logische und zielgerichtete Reihen zu planen. Sie muss eine Frage beinhalten, ein Problem aufwerfen und so Sachen. 😉

Ich möchte hier meine grobe Reihe mit euch teilen. Die grobe und noch nicht perfekt formulierte Frage der Reihe ist: Können wir Medien vertrauen? Das Feedback des Ausbilders war gut und so traue ich mich sie in die Welt zu geben. Habt viel Spaß mit ihr, kritisiert sie, teilt sie oder benutzt sie. Ganz unten könnt ihr sie auch als pdf runterladen.

 

Nr. Problem der Stunde Phase Beschreibung Kompetenz
1

2

Nutzungsverhalten Problem Es wird das Nutzungsverhalten des Internets und die Informationsquellen der Schüler_innen diagnostiziert. Dazu kommen Selbstdiagnosebögen und Gruppenmethoden, wie das Standiogram, zum Einsatz. Anschließend werden die Ergebnisse mit den Studienergebnissen von JIM und KIM verglichen. Analysekompetenz
3

4

Vertrauen in die Medien Problem Den Schüler_innen wird eine Falschmeldung gezeigt, die sich im Internet sehr verbreitet hat. Anschließend führen sie selbst fact checks zu vorgegebenen Meldungen verschiedener Medien und Influencer im Netz durch. Sie sollen ein Gespür dafür entwickeln, dass Informationen nicht ungeprüft aufgenommen werden dürfen, vor allem, wenn sie auf einem Sozialen Netzwerk gepostet werden.

 

Analyse- und Handlungskompetenz
5

6

Fiterblasen und Gatekeeper Ursache Den Schüler_innen wird ein Video gezeigt, dass den Facebook Algorithmus beschreibt. Die Schüler_innen wird vor Augen geführt, dass Gatekeeper eine Vorauswahl der Informationen treffen und, dass dies oft automatisiert passiert. Die Frage „Welche Auswirkungen hat das auf die Informationsbeschaffung und die Leser_innen?“ wird anschließend diskutiert.

 

Analyse- und Urteilskompetenz
7

8

Geschäftsmodelle von Medien Ursache Die Schüler_innen sammeln zu Beginn der Stunde an der Tafel, wie sie glauben, dass sich Medien insgesamt finanzieren.

Anhand von Texten arbeiten die Schüler_innen die Finanzierungsmöglichkeiten für Print und Onlinemedien aus.

In Gruppen beschäftigen sich die Schüler_innen dann anhand von Heftig.co und Buzzfeed mit Clickbait Überschriften und dem Zusammenhang von Werbekunden und Redaktion in Print und Bildmedien. Sie müssen diese Informationen in Zusammenhang mit den Finanzierungsmodellen stellen. Sie erfassen so, welche Gefahren für sie als Konsument_innen verschiedene Geschäftsmodell bringen.

 

Analysekompetenz
9

10

Bilder Lügen (Machart) Ursache Die Schüler_innen werden mit einem Kriegsfoto konfrontiert. Dieses wurde im Internet mit diversen Unterschriften, in sehr verschiedenen Kontexten benutzt. Hier wird an die Stunden 3+4 angeknüpft und dann um den Faktor der Machart von Videos erweitert. Die Schüler_innen vergleichen ein Video von LeFloid mit einem Video der Tagesschau, ein Video von DagiBee mit einem Video von Taff.

 

Analysekompetenz
11

12

Was dürfen Medien? Lösung? Die Schüler_innen werden mit dem Bild des toten Kind am Strand konfrontiert. Die Schüler_innen sollen selbst eine Art Pressekodex aufstellen. Dieser kann dann mit den Selbstverpflichtungen von Reporter ohne Grenzen oder ähnlichem verglichen werden.

 

Medienethik wird als Lösungskonzept für viele Probleme vorgestellt und unter den bisher bearbeiteten Schranken diskutiert. Die Frage „Kann es Medienethik geben, in einer Welt, die so schnelllebig ist, die so sehr von Klicks abhängig ist?“ wird anschließend diskutiert.

Analyse- und Handlungskompetenz
13

14

Digitale Selbstverteidigung Lösung? Die Schüler_innen beschäftigen sich mit technischen Möglichkeiten gegen die bisher besprochenen Probleme vorzugehen. Welches Kosten-Nutzen-Verhältnis ergibt sich dadurch für sie? Welche Folgen haben zum Beispiel AdBlocker für Kunden und Werbeindustrie. Handlungskompetenz, Urteilskompetenz

Reihenplanung Medien

Headerbild (Matt Popovich)

Das perfekte Arbeitsblatt

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Bildung und Schule
Arbeitsblatt

5 Wochen dauert mein Referendariat jetzt und ich habe das Glück, dass ich schon regelmäßig Unterricht halten darf. Ich lerne so unglaublich viel und möchte jetzt so peu a peu immer mal wieder meine Erkenntnisse mit euch teilen. Heute wird es um das perfekte Arbeitsblatt gehen. Ein schlechtes Arbeitsblatt kann soviel Unterricht kaputt machen. Arbeitsblätter gehören aber definitiv in den Bereich der Dinge, die man erst mit der Zeit lernt. Wenn ihr also Widersprechen möchtet oder Sachen anders handhabt: Schreibt einen Kommentar.

Einheitlichkeit

Arbeitsblätter einer Lehrkraft sollten immer gleich oder zumindest ähnlich aussehen. So erkennen die Schüler_innen gleich um welches Fach es geht. Im Unterricht ist das eventuell noch gar nicht so wichtig, aber wenn es dann an die Zettelwirtschaft zu Hause geht, dann ist das manchmal sehr wichtig. In diesem Zusammenhang habe ich mir auch angewöhnt die Arbeitsblätter zu Benennen.

Zur Einheitlichkeit gehört natürlich auch der Aufbau und die verwendeten Symbole.

  • Quellen werden immer umrandet
  • Merksätze werden speziell markiert
  • Die Schrift muss ausreichend groß sein
  • Björn Nölte hat da auch eine sehr coole Sammlung an Icons für (digitale) Arbeitsblätter verfasst

Arbeitsblätter brauchen einen Namen

Die Schüler_innen wissen so immer schon worum es geht und die Lehrkraft kommt beim Verteilen verschiedener Arbeitsblätter auch weniger durcheinander. Vor allem bei Gruppenpuzzeln oder wenn man mit vielen Arbeitsblättern arbeitet, kann es schon mal passieren, dass man durcheinander kommt.

Die Aufgabenstellung gehört nach oben

Menschen in unseren Kulturkreis lesen von oben nach unten. Man kann 100 mal dazusagen, dass die Schüler_innen zuerst die Aufgabenstellung lesen sollen, oder man schreibt sie einfach oben auf das Blatt. Ich sage außerdem, bevor ich die Blätter austeile, was zu tun ist, dann kann nachher keine/r mehr behaupten, man wisse nicht worum es gerade geht.

Blätter nummerieren

Wenn das Arbeitsblatt mehrere Seiten hat, dann schreibe ich Seitenzahl und die Seitenzahlen (1/5) an den unteren Rand. Ich tue das auch, wenn die zweite Seite auf die Rückseite gedruckt ist. Beim Verteilen kann es immer mal zu Problemen und Staus kommen. Die Schüler_innen finden mit einer Nummerierung so schneller raus, dass sie zu wenig Blätter haben und melden sich dann schon bei mir. 😉

Locht die Blätter

Viele Schüler_innen haben einen Ordner. Sie gewöhnen sich zwar an den Service, aber man erspart sich nachgefrage, rumgekruschel und nervige Diskussionen.

Operatoren benutzen

Am besten sollte man von Anfang an die Operatoren des eigenes Faches auf allen Arbeitsblättern benutzen. So gewöhnt man sich an sie gleich zu denken und dann auch im Unterricht einzusetzen.

Mit diesen kleinen Kniffen komme ich ganz gut zurecht.

#OrganisierteLiebe

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Hauspost / Zen
organisierte Liebe

Die wunderbare Kübra Gümüşay hat auf der re:publica 2016 einen sehr emotionalen Talk über den Hass im Netz gehalten. Sie fordert uns auf Liebe zu organisieren und damit dem Hass entgegen zu treten. Für mich war sehr viel Wahrheit in diesem Talk und sie hat mich daran erinnert, dass ich viel öfter positive Stimmung im Netz verbreiten wollte. Ich habe irgendwann angefangen auf Facebook und Twitter den Neurechten eine Stimme entgegen zu stellen. Es ist wichtig in Kommentarspalten nicht nur dem Hass eine Plattform zu bieten, sondern auch den Gegenstimmen. Kübra hat mich darin mal wieder bestärkt. Es ist aber auch wichtig, Menschen einfach mal mit Liebe zu überschütten.

Was ich von #OrganisierteLiebe mitnehme?

Ich möchte jeden Talk mindestens einmal Liebe oder Freude verbreiten. Einfach mal den Lieblingspodcaster_innen sagen, dass sie gute Arbeit machen.

Oder einen netten Kommentar unter einem Blogpost schreiben.

Menschen aufbauen.

Helfen.

Lieben.

Jeden Tag, mindestens einmal.

Helft uns und #OrganisiertLiebe

Besucht doch auch die Webseite.
http://organisierteliebe.de/
(Hier ist auch das Headerbild geliehen.)

Bring your own Dienstgerät – eine Wunschliste

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Bildung und Schule
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Das Studium ist fertig und bald geht der Vorbereitungsdienst (Referendariat) los. Ich bin schon sehr gespannt vor allem, weil ich ja jede Woche den #edchatde zumindest mit- oder nachlese und so ein wenig mit der Lebenswirklichkeit der Kolleg_innen in Kontakt komme. Sonst kenne ich die Schule als Arbeitsort nur aus meinen Praktika.

Wie bei neuen Abenteuern so üblich habe ich ein paar Erwartungen und Wünsche im Bereich des Digitalen an meine kommende Schule. Das ist natürlich eine sehr persönliche Wunschliste, die von jemanden geschrieben wird, der noch kein halbes Jahr an der Schule war und in vielen Teilen auch reines Wunschdenken. Ich bin schon gespannt wie sich diese Liste im Ref und danach eventuell geändert haben wird.

Bring your own Dienstgerät

Ich finde Lehrende sollten einen Dienstrechner bekommen und zwar einen, den sie sich selbst aussuchen dürfen. Lehrende sollten sich den digitalen Möglichkeiten nicht mit der Ausrede “Mein alter PC kann das doch eh alles nicht.” verschließen können. Da man die Lehrenden da abholen muss wo sie technisch stehen, gibt man ihnen ein Budget, sagen wir 1200€, und sie dürfen sich ihr Gerät selbst aussuchen. Mac, Windows, Linux oder doch ein Tablet, mit oder ohne Tastatur, kein Problem! Benutze das was dir mehr Vorteile bringt und mit dem du besser umgehen kannst. Boyd ist so ein inklusiver Ansatz und damit vielversprechender als ein Ansatz bei dem allen das gleiche System aufgezwungen wird.

Smartboards everywhere

Tafeln sind so was von 19. Jahrhundert. Ich möchte digitale Whiteboards, weil sie mir die Flexibilität geben, die man als Lehrender braucht. Ich kann sie als normale Tafel benutzen, habe einen Beamer und mit einem Windows Rechner habe ich noch die ganzen fancy Zusatzoptionen. Okay, eigentlich will ich natürlich digitale Whiteboards, die mit allen Betriebssystemen funktionieren.

Internet

Glasfaser und stabiles WLAN, darunter mache ich es nicht. Schulen brauchen überall schnelles Internet. Die Lehrenden und die Schüler_innen sollten dann dazu auch Zugang haben. Ich will und kann nicht jedes Video vorher runterladen und lange Ladezeiten sind in einer Schulstunde einfach nicht drin. Mal ganz davon abgesehen, dass das runterladen ja je nach Material auch verboten ist. Manchmal nimmt eine Stunde einen unerwarteten Lauf und ich könnte den Schüler_innen jetzt schnell auf Google Earth zeigen wie es vor Ort aussieht. Mit der Karte verdeutlicht man sehr schnell geopolitischen Probleme, Handelswege oder das Wetter. Man kann nicht alles vorher geplant haben und man kann nicht alles offline dabeihaben. Einer meiner alten Geschichtslehrer hat dann immer schnell die entsprechende Karte an die Tafel gemalt, aus dem Gedächtnis… Davor habe ich immer noch einen heiden Respekt.

Admins

Wir haben soo viel Technik für Menschen, die angeblich nach 15 Jahren nicht mal den VHS Player im Videoraum bedienen können? #Klischee

Lehrende sind nicht dazu da die Schule ins 21. Jahrhundert zu bringen. Schulen brauchen Administrator_innen, die den Laden am Laufen halten. In Unternehmen denkt auch keiner darüber nach, dass die Angestellten machen zu lassen und man kann von den Lehrenden nicht erwarten, dass sie auch noch Admins werden. Das kann im Einzelfall sehr gut funktionieren, aber das darf nicht die Regel sein.

Eigenes Büro

Ich finde Schulen müssen den Lehrenden Platz zum Ausbreiten bieten und zwar analog und digital. Klar, es gibt das Lehrerzimmer, aber ich möchte einen Raum haben in dem es kleine Bereiche für die Lehrenden gibt, meinetwegen sogar cubicles 😉 Es muss still sein, eine Steckdose und WLAN müssen da sein und Platz um Bücher und Klausuren zu lagern.

Stuff

Es gibt noch so ein paar Selbstverständlichkeiten, wie:

  • Überall genug Steckdosen und USB Ladeanschlüsse in den Tischen
  • Ausreichend Licht in den Räumen
  • Die Möglichkeit Räume zu verdunkeln
  • Räume mit einer guten Akustik
  • Etc.

Kollegium

Natürlich wünsche ich mir auch ein nettes Kollegium, viel Hilfe und Rat, Feedback und vor allem keinen Beef, Streitigkeiten und sonstiges Drama.

Ich weiß, die technischen Dinge kosten eine Stange Geld und ich weiß, dass ich das nicht alles an meiner Schule finden werde, aber man darf ja noch Träumen und gegenüber Politiker_innen sollte man immer Maximalforderungen stellen, damit man am Ende wenigstens die Hälfte davon bekommt. Also führt gerne die Liste mal fort, was wünscht ihr euch noch von eurer Schule?

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Wie du Neujahrsvorsätze doch umsetzt

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Anleitung / Zen
Long road

Das neue Jahr hat angefangen und in guter, alter Tradition haben viele Menschen Vorsätze für das neue Jahr gefasst. Ebenfalls in guter Tradition, machen sich viele Menschen darüber lustig. Der Spott ergießt sich dabei sowohl über die Vorsätze, als auch über die Menschen, die sich diese Vorsätze machen. Dies liegt wohl vor allem an der Erfolgsquote von Neujahrsvorsätzen. Dabei ist das Einhalten der Neujahrsvorsätze eigentlich nicht so schwer.

Ich selbst habe auch lange über meine Pläne für das neue Jahr nachgedacht. Was mag ich an meinem Leben und was will oder sollte ich ändern? 2016 wird ein großes Jahr für mich werden. Ich werde heiraten und ich werde hoffentlich eine Stelle als Referendar bekommen, trotzdem gibt es auch bei mir Dinge die mich stören. Dinge, die ich gerne ändern würde. Tatsächlich wird mir aber beim Gedanken an Neujahrsvorsätze unwohl. Der Spott der Menschen und meine Unsicherheit hätten mir fast ein sehr nützliches Instrument weggenommen. Dabei ist nichts falsch oder lachhaft daran sich den Jahreswechsel als Anlass zu nehmen einen sprichwörtlichen Neuanfang zu wagen. Menschen brauchen gelegentlich einen Anstoß und da darf es auch mal der Kalenderwechsel sein, auch wenn hier eigentlich ja sonst nichts Wichtiges passiert. Hier wird dann auch der erste Grund für das Scheitern deutlich.

Die selbsterfüllende Prophezeiung

Durch den ganzen Druck von außen, den Spott und den eigenen irrationalen Vorstellungen oder Hoffnungen, glaubt man als Erwachsener selbst nicht daran, dass man es vielleicht doch schaffen könnte im neuen Jahr etwas zu ändern. Hier kann es helfen sich seine Vorsätze nicht Öffentlich zu machen. Mach deine Vorsätze mit dir selbst aus und verbreite sie nicht direkt auf Facebook und Co..

Schreib dir deine Vorhaben für dich ganz alleine auf. Schließe einen Vertrag mit dir selbst und nur mit dir. Das lässt dir immer noch den Raum zu scheitern oder ein Ziel nicht ganz zu erreichen, ohne dich Spott auszusetzen, aber es ist dennoch für dich selbst ein verbindliches Ziel. Das Verkünden des Erfolgs kannst du im Nachhinein immer noch tun, dann kannst du aber schon etwas vorweisen.

Konkretisiere Ziele

Wenn ich meine eigene Liste so durchgehe, dann finde ich viele allgemeine Plattitüden wieder.

Ich müsste gesünder leben, mehr Sport machen, weniger Zeit verschwenden, mehr lesen, mehr bloggen, aktiver sein, mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, weniger arbeiten.

Ihr kennt das. Das übliche halt. So kann aber keine Veränderung kommen, weil die Aussagen viel zu allgemein sind und viel zu wenig an das eigene Leben andocken. Formuliere die Aussagen also an dich angepasst.

Ich müsste gesünder leben. = Ich esse nur noch selbst zubereitete Speisen. Ich trinke keine zuckerhaltigen Getränke mehr.

Ich müsste mehr Sport machen. = Ich werde x km dieses Jahr joggen. (Siehe dir zum Beispiel @skubo an) Ich gehe 2-mal die Woche ins Fitness Studio / mit meiner Partnerin Badminton spielen.

Ich müsste mehr lesen, mehr bloggen, aktiver sein, mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen. = Ich lese jeden Monat ein Buch, schreibe jede Woche einen Blogartikel, gehe einmal die Woche mit meinem Kleinen einen Ausflug machen.

Ich müsste weniger arbeiten. = Ich verringere meine Stunden auf der Arbeit auf 20h/Woche.

Sei realistisch und rechne

Wenn man die Ziele konkretisiert muss man realistisch bleiben. Wenn man auf das Geld aus dem Job angewiesen ist, dann kann man nicht einfach die Stunden verringern. Man muss auch nicht direkt mit 4-mal die Woche Sport anfangen, es reichen auch 1-2-mal die Woche. Ein Buch im Monat klingt nicht viel, aber bei 12 Stunden Lesezeit pro Buch sind das an 24 Tagen je eine halbe Stunde lesen. Das ist fast täglich. Überschlage den Zeitaufwand und passe ihn an dein Leben an. Du musst das am Ende schaffen.

Kleine Schritte

Mit dem Realismus kommt die Kleinteiligkeit. Es heißt ja so schön Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, dass ist abgedroschen, aber wahr. Keine Veränderung kommt über Nacht, es ist eher die Regel, dass Veränderungen Zeit brauchen und man mit kleinen Schritten am besten anfangen kann.
Da du den Vorsatz auch nicht online rausposaunt hast, kann sich auch keiner deiner Fitnessfreunde darüber lustig machen, dass du nur einmal die Woche Sport machen willst. Besonders bei neuen Sachen im Leben sind oft die kleinen Schritte am Anfang die wichtigsten. Jede neue Tätigkeit braucht mindestens 4 Wochen bis sie zur Gewohnheit geworden ist. Man sollte sich also auch nicht zu viel auf einmal aufhalsen. Statt 12 Vorsätze von denen man dann keinen einzigen durchzieht, lieber einen abgespeckten Vorsatz vornehmen und den dann aber richtig. Die Häufigkeit kann bei Bedarf immer noch hochgeschraubt werden.

Wie geht man die Sache also nun an?

Setzte dich mal eine halbe Stunde gemütlich an deinen Lieblingsort und überlegt was du wirklich an Vorsätzen hast. Wenn du davon eine Vorstellung hast, dann konkretisiert sie. Belüge dich dabei nicht und sei realistisch. Wenn es geht, dann rechne dein Vorhaben mal durch. Wieviel Stunden braucht man wirklich dafür? Die konkretisierten Vorsätze schreibst du dann alle auf und suchst dir genau EINEN davon aus. Nicht mehr! Nur einen. Diesen Vorsatz ziehst du jetzt durch und sagst es einfach keinem.

Wenn du diesen einen Vorsatz verinnerlicht und umgesetzt hast, dann nimm dir deine Liste und suche einen anderen Vorsatz und schon braucht man auch keinen Jahreswechsel mehr für eine Veränderung.

Das Headerbild ist von www.unsplash.com

Es wird Zeit für Klausuren am PC

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Bildung und Schule / Rant
von Sean MacEntee (CC BY 2.0)

In der letzten Phase meines Examens hatte ich eine Sehnenscheidenentzündung. Das war nicht meine erste und wird auch nicht meine letzte sein, aber diese regte mich besonders auf. Ich hatte sie nämlich wegen einer Doppelzüngigkeit seitens vieler Stellen.

Fangen wir aber vorne an: Ich Zuge meines erstes Staatsexamens musste ich zwei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen ablegen. Die zwei schriftlichen Prüfungen gehen über je vier Stunden. Sie haben ein Format über das an anderer Stelle noch zu diskutieren sein wird, denn im Prinzip sind sie nur Ausdruck des sogenannten Bulimielernens.

Was hat das mit meiner Sehnenschneideentzündung zu tun? Nun ja, ich muss diese Prüfung handschriftlich ablegen. Auch wenn das für viele noch selbstverständlich klingt, für mich ist es das nicht mehr. In meinen Examensklausuren habe ich vier Stunden lang Text runtergeschrieben, in einer normalen Klausur sind es immerhin noch 90 Minuten und ich würde das gerne an einem PC tun. Vier Stunden handschriftlich zu schreiben mag kein Problem sein, für mich war es das während der Schulzeit auch damals nicht. Ich habe auch die Abiprüfungen ohne Sehnenscheidenentzündung überlebt, das war aber vor 10 Jahren. Ich bin an der Uni in einem Kulturkreis in dem es keine handschriftlichen Abgaben mehr gibt. ALLES, was ich an der Uni abgebe, muss digital erstellt sein und ich finde das gut, weil es die Sache für alle erleichtert! Ich habe Geschichte und Politik studiert, aber auch in den MINT-Fächern haben einige Fachbereiche angefangen digitale Abgaben zu fordern, Latex und Formeleditoren sei Dank.

Ich schreibe sämtliche Exzerpte und Zusammenfassungen am PC. Das bezieht sich aber nicht nur auf die Uni. Heute mache ich alles am PC und schreibe nie mit der Hand. Ich blogge nur mit dem PC. Meine Einkaufs- und ToDo-Listen sind auf dem Smartphone. Telefonnummern wandern in mein digitales Telefonbuch, meine Termine sind in meinem Kalender im Smartphone. Ich habe also schlicht und ergreifend keine Übung im Schreiben. Meine Handschrift war noch nie besonders schön, aber ohne Übung ist sie immer schlimmer geworden und schmerzende Sehnenscheiden wirken sich auch nicht positiv auf mein Schriftbild aus.

Ich brauche für eine Klausure auch keinen fancy 2000€ Mac, sondern einfach ein Linux mit einem Texteditor. Sonst kann man ja alles sperren. Ich finde es bemerkenswert, dass ich in einem Umfeld studiere, dass mich zwingt alles digital abzugeben, ich aber Klausuren nicht tippen darf. Ich kenne natürlich auch die Gegenargumente und kann sie nicht mehr hören.

Betrügen:

Am PC kann man besser betrügen.

Wenn da ein Linux drauf ist, dass man nur mit root entsperren kann, dann ist das hinreichend sicher. Das Angriffsszenario ist natürlich da, aber das existiert genauso in einer normalen Klausur. Wir oft habe ich schon bei anderen Prüflingen ganze Zettelwirtschaften gesehen, Klausuren wurden komplett vorgeschrieben, untereinander ausgetauscht. Betrügen kann man immer und überall.

Veränderbarkeit:

Ja, PCs sind dazu gebaut Daten zu verändern. Ich bin mir sicher, dass man in diesem Textverarbeitungsprogramm einen Button einbauen kann: Baue eine schreibgeschützt .pdf und gebe die Klausur ab.

Datenverlust:

Was passiert wenn während der Klausur ausgeht?

Die PCs hängen am Strom, haben ein autosafe-Funktion, booten hinreichend fix und die Hardwaretasten sind gesperrt, dass sie niemand ausmachen kann. Ich frage hier immer was passiert wenn jemand in der Reihe aufsteht, alle Tische wackeln und mein Tee sich quer über die Klausur gießt. Kann passieren, trinken ist trotzdem nicht verboten. Am PC hab ich dank autosafe wenigstens den Kram gesichert.

Der Dozent verliert die Daten:

Ich hatte einen Lehrer der eine ganze Papierklausur samt Ergebnisse verloren hat. Ja, wirklich… Ok. Einen USB Stick verliert man wahrscheinlich schneller, dafür gibt es aber in der Schule ein Backup.

Datenschutz:

Wer garantiert mir, dass meine Klausuren nicht gegen mich verwendet werden?

Papierklausuren werden tatsächlich auch oft aufgehoben. Meine Hausarbeiten werden durch einen Plagiatsscanner gejagt und ich weiß auch nicht was mit denen passiert. Hier muss dann gesetzlich was getan werden. Man schreibt Datenschutzklauseln für Unis und die akzeptiert die dann mit Einschreibung. Das verhindert nicht immer MIssbrauch, aber das tut Copyright auch nicht und trotzdem funktioniert es insgesamt ganz gut.

Keine Panik! Wahlmöglichkeiten sind möglich.

Man muss im Moment auch niemanden zwingen Klausuren am PC zu schreiben, das ganze kann in einer Übergangsphase opt-in sein. Ich bin aber der Überzeugung, dass dieses Thema nicht nur mich und ein paar meiner Kommilitonen, die ähnlicher Ansicht waren, betrifft, sondern etwas ist mit dem wir uns zukunftsgewand beschäftigen müssen. Wenn man sich kurz überlegt wie die nächste Generation Schüler_innen aufwachsen wird, dann sieht man doch jetzt schon einen Rückgang der Handschrift. Die digital natives benutzen ihr Smartphone doch jetzt schon parallel zur Schule oder auch in der Schule für alles. Lernen soll(te) immer digitaler werden und gleichzeitig halten wir an archaischen Methoden fest. Handschrift wird wahrscheinlich nicht aussterben und ich bin dafür, dass jeder zumindest noch eine ganze Weile eine rudimentäre Druckschrift lernen muss, aber das Mittel der Wahl wird eine digitale Eingabe sein.

Auch spannend

Neben dem Tippen wäre auch das Einsprechen eine Möglichkeit. Thorsten Larbig hat dazu einen spannenden Text auf seinem Blog veröffentlicht. Auch interessant zu lesen ist Sascha Lobos Text zur Digitalisierung der Schule.

Quelle Titelbild