Was war, was wird?

Berufsanfang

Der Jahreswechsel ist für mich nicht nur der Beginn eines neuen Jahres, sondern auch der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Nach knappen 9 Jahren Studium und Referendariat bin ich fertig mit der zweiten Hälfte meines Ausbildungslebens. Das Referendariat war eine Herausforderung und mehr als einmal habe ich an mir und meiner Zukunft als Lehrkraft gezweifelt. Vor allem im ersten Drittel der Ausbildung lief es nicht besonders gut und trotz der Tatsache, dass ich mittlerweile verstanden habe was warum nicht gut lief und versuche an diesen Punkten zu arbeiten, nagt es dennoch immer noch an meinem Selbstwertgefühl. Im kommenden Jahr beginnt aber jetzt erstmal mein Arbeitsleben im eigentlichen Sinne.

Im Februar werde ich 31 und ich weiß heute was der Spruch meiner Eltern bedeutet, dass man sich nicht so alt fühlt, wie man es biologisch ist. Das erste Mal mache ich mir Gedanken darüber mit welchem Alter ich erst verbeamtet werde, wenn ich es denn überhaupt noch werde, und was das für mein Alter bedeutet. Ich habe kein Problem damit als angestellter Lehrer zu arbeiten. Politisch stehe ich hinter der Forderung das Beamtentum abzuschaffen. Die Tatsachen, dass ich dadurch eine gebrochene Erwerbsbiographie haben könnte, weil ich in den Ferien meistens nicht angestellt sein werde, und, dass ich eventuell häufiger die Schule wechseln muss, sind zumindest in der Lebensplanung zu berücksichtigen. Dinge, über die mein vergangenes Ich immer geschmunzelt hat. Diese Gedanken müssen aber wohl irgendwann anfangen. ¯\_(ツ)_/¯

Wenn alles gut geht, fange ich im Februar an einer integrierten Gesamtschule mit einer vollen Stelle an zu arbeiten. Ich wechsle von einem kleinen Gymnasium, in einer strukturstarken Region, an eine wesentlich größere Gesamtschule, in einer strukturschwächeren Region. Wenn ich mir so überlege, was da jetzt auf mich zukommen wird, dann kann man schon ein wenig Angst bekommen.

  • 35 Minuten Autofahrt zur Schule, statt 6 Minuten mit dem Fahrrad
  • Heterogenität, in ganz neuen Umfängen
  • 25,5 Stunden Unterrichtspensum, statt 12 Stunden
  • An meiner neuen Schule gibt es Politik und Geschichte in der Sek. I nicht als einzelne Fächer, sondern im Fächerverbund mit Wirtschaft und Erdkunde als Gesellschaftslehre
  • Eventuell fachfremder Unterricht

Hinzu kommen natürlich meine eigenen Baustellen. Während des Referendariats ist in den halbjährlichen Schüler*feedbacks und meinen eigenen Beobachtungen deutlich geworden, dass ich an ein paar Dingen arbeiten muss.

  • Arbeitsaufträge müssen klarer und transparenter sein.
  • Mein Classroom Management muss verbessert werden.
  • Im Bereich der Textarbeit arbeite ich nicht differenziert genug.

Was mich positiv stimmt, ist auf der einen Seite das sehr junge Kollegium an der Schule und die Tatsache, dass es ein Onboarding für Berufsanfänger* an meiner neuen Schule gibt. Auf der anderen Seite ist da ja auch noch das #Twitterlehrerzimmer und mein PLN, von denen ich ständig lerne.

Ich freue mich extrem auf das kommende Jahr. Es wird wahrscheinlich super anstrengend und stressig, aber ich werde so viel Neues lernen können und die Möglichkeit haben zu wachsen. Ich möchte 2018 diesen Blog mehr dazu nutzen über mein eigenes Lehrerleben zu reflektieren und ich möchte mehr an das #Twitterlehrerzimmer zurückgeben. Ich hoffe das klappt neben dem Berufseinstieg. Manchmal muss man sich die Zeit wohl einfach nehmen.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr.

(:

 

Matt Palmer

Der Autor

Ich leite den Laden hier.